https://www.faz.net/-gpf-aaer8

Winterspiele 2022 : Peking boykottieren?

  • -Aktualisiert am

Eindeutige Botschaft: Protest von Exiltibetern gegen die Olympischen Spiele 2022 Bild: AP

Wenn sich genügend Unterstützer fänden, könnte ein Boykott Pekings Propagandashow 2022 verderben. Aber die eigentlich Schuldigen an dem Konflikt sitzen im Internationalen Olympischen Komitee.

          1 Min.

          Der Boykott der Olympischen Spiele 1980 in Moskau hat keinen sowjetischen Soldaten aus Afghanistan vertrieben. Aber er hat dem sowjetischen Regime die große Propagandashow ziemlich verdorben. Entsprechend würde ein Boykott der Winterspiele 2022 in Peking keinem Uiguren zur Freiheit verhelfen.

          Aber China ist noch stärker auf Prestige bedacht, als es die Sowjetunion war. Deshalb fiel die Reaktion auf amerikanische Überlegungen, mit Verbündeten über einen Boykott zu sprechen, auch überaus heftig aus. Wenn sich genügend Unterstützer fänden, könnte ein Boykott ein starkes Signal der Missbilligung senden.

          Was Thomas Bach nicht sehen will

          Sportler werden von der Idee nicht viel halten. Das kann man verstehen, sind Olympische Spiele doch der Höhepunkt einer an Entbehrungen reichen Sportkarriere. Ebenso vorhersehbar wie die Reaktion aus Peking war die des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Dessen Präsident Thomas Bach hat das Trauma Moskau 1980 bis heute nicht verwunden.

          Aber er und seine Organisation sind die eigentlich Schuldigen, dass es jetzt eine Boykottdebatte gibt. Es war schließlich das IOC, das die Spiele nach Peking vergeben hat. Bei solchen Entscheidungen wird von der positiven Wirkung solcher Ereignisse auf die Verhältnisse im Gastgeberland geschwärmt. Rechtsanwalt Bach weiß, wie die Realität aussieht. Aber niemand übertrifft ihn darin, Unerfreuliches nicht sehen zu wollen.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kanzlerkandidatin der Grünen: Annalena Baerbock am Montag in Berlin.

          Kanzlerkandidatin Baerbock : Die grüne Zauberin

          Noch ist die erste Kanzlerkandidatur der Grünen ein Anfang, dem ein Zauber innewohnt. Der könnte für Annalena Baerbock schnell zum bloßen Budenzauber werden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.