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Offensive in der Ostukraine : Angriff auf Aufständische nahe Donezk

  • Aktualisiert am

Ukrainischer Soldat auf einem gepanzerten Fahrzeug 20 Kilometer südlich von Donezk Bild: AFP

Es wird von schwerem Artilleriefeuer berichtet: Ukrainische Truppen haben „entscheidende Vorstöße“ gegen Stellungen der Separatisten nahe Donezk begonnen. Außenminister Klimkin verspricht im F.A.Z.-Interview, dass die Streitkräfte aber die Millionenstadt nicht erstürmen werden.

          Ukrainische Truppen haben nach offiziellen Angaben „entscheidende Vorstöße“ gegen mehrere Rebellen-Stellungen im Osten des Landes begonnen. Die Offensive gegen die prorussischen Separatisten sei an „mehreren Frontabschnitten“ nahe den strategisch bedeutsamen Großstädten Donezk und Luhansk eingeleitet worden, teilte das Innenministerium in Kiew am Donnerstag mit. Im Besonderen hätten die Truppen einen Angriff auf eine Rebellenstellung in der Nähe des Ortes Karlowka rund 30 Kilometer vor der  Donezk begonnen, teilte die Nationalgarde in einer Erklärung mit. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von schwerem Artilleriefeuer sowie vorrückenden Militärkonvois mit Panzern und Truppentransportern.

          Schon im Laufe des Tages hatten sich die Streitkräfte nahe Donezk in Stellung gebracht. Nach Angaben von Soldaten war die rund anderthalb Kilometer lange Kolonne in der Nacht aus der Hafenstadt Mariupol eingetroffen, ohne auf Widerstand zu stoßen. Die Armee versucht seit der Einnahme der Rebellenhochburg Slawjansk am vergangenen Samstag auch die beiden Städte Donezk und Lugansk einzukesseln, um die dortigen Aufständischen zu vertreiben. Die prorussischen Kämpfer gestehen zwar ein, dass sie zahlenmäßig und von ihrer Ausrüstung her unterlegen sind, wollen ihre Stellungen jedoch halten. Die Einnahme von Slawjansk war der bisher größte Erfolg in der wochenlangen Militärkampagne Kiews gegen die Rebellen.

          Außenminister Klimkin: Kein Sturm auf Donezk

          Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin hat unterdessen versprochen, dass die Streitkräfte seines Landes Donezk  nicht erstürmen werden. „In Donezk gibt es zwar ein paar tausend separatistische Söldner, aber im Vergleich zur Bevölkerung selbst sind sie eine ganz kleine Minderheit,“ sagte er am Mittwochabend im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Deswegen werden wir Donezk auch nicht angreifen“.

          Seit dem Wochenende hatten die Streitkräfte die Rebellen aus mehreren Städten vertrieben. In der Region waren daraufhin Stimmen laut geworden, denen zufolge ein Angriff auf die Metropole Donezk eine „Katastrophe“ nach sich ziehen könnte.

          Klimkin versicherte, seine Regierung strebe statt eines Sturms auf die Millionenstadt Gespräche über einen Waffenstillstand „ohne Vorbedingungen“ an. An diesen sollten auch diejenigen Rebellenführer teilnehmen können, „die keine schweren Verbrechen begangen haben“. Dazu habe in der Vergangenheit der sogenannte „Ministerpräsident“ der „Volksrepublik Donezk“, Alexander Borodaj, gehört.

          Die Separatisten hätten sich zu solchen Gesprächen bisher nicht bereit erklärt, aber er halte den Vorschlag aufrecht, etwa auf dem Wege einer Videokonferenz miteinander zu sprechen.

          Der ukrainische Außenminister Pawlo Klimkin: Streben einen Waffenstillstand an

          Das vollständige Interview mit dem ukrainischen Außenminister Pawlo Klimkin lesen Sie an diesem Freitag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder ab 19 Uhr im e-Kiosk.

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