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Ukrainische Offensive im Süden : Eine Strategie des Aufreibens

Ukrainische Soldaten am 11. August in der Südukraine, wenige Kilometer von den russischen Linien in der Region Cherson entfernt Bild: Laif

Die Russen haben ihre Kräfte in Cherson massiv verstärkt. Aber die können kaum noch versorgt werden. Das nutzen die Ukrainer in ihrer Offensive aus.

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          Der Vorstoß ukrainischer Truppen im Süden des Landes zeitigt erste Erfolge. Schon am Sonntag haben sie den Ort Wyssokopillja eingenommen. Der liegt am nordwestlichen Rand des Gebiets Cherson, auch in der Umgebung gab es einige Geländegewinne. Südlich des Dorfes Davydiv Brid sind Einheiten etwa zwölf Kilometer tief in russisch besetztes Gebiet vorgedrungen. Noch ist das mit bloßem Auge auf gewöhnlichen Karten kaum zu erkennen – jedenfalls im Vergleich mit den Räumen, aus denen die russischen Soldaten schon seit längerem zurückgedrängt worden waren. Täglich werden zudem Schläge gegen die Versorgungskette der Russen gemeldet. Das betrifft die Infrastruktur, Brücken und Straßen ebenso wie Munitions- und Treibstofflager. „Die ukrainische Gegenoffensive beeinträchtigt spürbar die russische Logistik und Verwaltungskapazität in der besetzten südlichen Ukraine“, resümiert das Institute for the Study of War (ISW), eine amerikanische Denkfabrik, die täglich die militärische Lage analysiert.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Der bisher größte Erfolg der Ukrainer ist politischer Natur. Der von den Besatzern eingesetzte Gouverneur des Gebiets Cherson, Kirill Stremousow, sagte Anfang der Woche, dass der Plan für ein Referendum über den Anschluss an Russland wegen „Sicherheitsbedenken“ auf Eis gelegt sei. „Wegen all der Ereignisse, die jetzt stattfinden, müssen wir erstmal eine Pause einlegen“, wurde er von russischen Medien zitiert. Schon im Frühjahr waren Pläne für ein Referendum gescheitert, danach wurde der 11. September als Termin genannt. Der ukrainische Vorstoß, der während des ganzen Monats August mit gezielten Schlägen auf Infrastruktur vorbereitet worden war, hat diese Pläne durchkreuzt. Am Mittwoch nannte die russische Militärverwaltung den 4. November als neuen Termin.

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