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EU-Kommission : Oettinger will an Zeitumstellung festhalten

  • Aktualisiert am

Der scheidende EU-Kommissar Günther Oettinger Bild: dpa

Der scheidende EU-Haushaltskommissar spricht sich gegen die geplante Abschaffung der Zeitumstellung aus. Er warnt vor einem Flickenteppich in Europa.

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          Der scheidende EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger (CDU) hat sich gegen die Pläne der Kommission ausgesprochen, die Zeitumstellung in der EU abzuschaffen. „Ich persönlich wäre nicht traurig, wenn es mit der Abschaffung der Zeitumstellung nicht klappt“, sagte Oettinger der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vom Samstag. Zwar habe er den Vorschlag als EU-Kommissar mitgetragen. „Aber es droht ein Flickenteppich in Europa, der erhebliche Probleme mit sich brächte“, warnte der CDU-Politiker.

          Der europäische Binnenmarkt sei auf eine Zeitzone getaktet, sagte Oettinger. Er warnte zudem vor negativen Auswirkungen auf den Alltag der Menschen. „Unsere Kinder würden einen wesentlichen Teil des Jahres im Dunkeln zur Schule gehen, wenn Deutschland die Sommerzeit dauerhaft einführen würde.“

          Sommerzeit endet in der Nacht zum Sonntag

          In einer EU-weiten Onlineumfrage hatten sich 4,6 Millionen EU-Bürger mit einer Mehrheit von 84 Prozent für eine Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen. Oettinger zog die Aussagekraft des Votums wegen der geringen Wahlbeteiligung in Zweifel. „Gemessen an der Zahl der Wahlberechtigten waren 4,6 Millionen Stimmen nicht viel. Vor diesem Hintergrund sollte man das Votum nicht zu ernst nehmen und auch die Gegenargumente genau prüfen“, sagte Oettinger. „Ich begrüße es, dass die Mitgliedsstaaten das tun.“

          In der Nacht zum Sonntag endet in Deutschland die Sommerzeit. Um 03.00 Uhr morgens werden die Uhren um eine Stunde von der bisherigen mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) auf die mitteleuropäische Zeit (MEZ) zurückgestellt. Die Nacht verlängert sich damit um eine Stunde.

          Viele Deutsche befürworten ein Ende der Zeitumstellung – wann die EU entsprechende Pläne umsetzt, ist aber noch nicht absehbar. Nach dem Willen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sollte die Uhr in diesem Jahr eigentlich zum letzten Mal umgestellt werden. Sein Zeitplan erwies sich aber als zu ehrgeizig. Die EU-Mitgliedstaaten konnten sich bislang nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen.

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