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Neue Infektionswelle : Österreichs bittere Rückschläge im Kampf gegen das Virus

Mitarbeiter des Gesundheitswesens in Corona-Schutzanzügen am 23. September in Wien. Bild: Reuters

Das straffe österreichische Krisenmanagement ist aus dem Tritt geraten. Das Virus breitet sich wieder kräftig aus. Der Opernball fällt aus. Und die Politiker wetteifern mit widersprüchlichen Botschaften.

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          Am Mittwoch hat es also auch den Opernball erwischt. Es war eine Staatsaktion, diesen weltbekanntesten der Wiener Bälle abzusagen. Im Ministerrat der Republik Österreich wurde es beschlossen, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) teilten es in einer gemeinsamen Stellungnahme unter Bekundungen des Bedauerns mit. Vor bald drei Jahrzehnten hat es das schon einmal gegeben: 1991 aus dem aus heutiger Sicht merkwürdig anmutenden Anlass, dass im Nahen Osten ein Krieg geführt wurde, wieder einmal, mit dem Österreich eigentlich nichts zu tun hatte.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Diesmal aber war es natürlich wegen der Corona-Pandemie, und die breitet sich in Österreich dieser Tage wieder kräftig aus. Die Zahlen der Neuinfektionen reichten vergangene Woche bis fast an die Werte vom Frühjahr heran. Dann sanken sie wieder leicht, doch geht man in der Regierung offenbar nicht davon aus, dass das dauerhaft so bleibt. Der zu Vergleichszwecken aussagekräftige Zwei-Wochen-Schnitt pro 100.000 Einwohner liegt bei 110 (in Deutschland bei 27). Zeitweise wurde jede zweite registrierte Neuinfektion in Wien gemessen; am Mittwoch waren es 305 von 681. Deutschland hat schon vergangene Woche eine Reisewarnung für Wien ausgesprochen, ebenso bislang die Schweiz und die Niederlande (für Wien und Innsbruck) und Dänemark (für ganz Österreich). Am Mittwoch wurde erwartet, dass Belgien mit Warnungen für Wien, Tirol und Vorarlberg hinzukommt.

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