https://www.faz.net/-gpf-ac5du

Weitgehende Lockerungen : Österreich will im Sommer „zur Normalität zurückkehren“

St. Wolfgang im Salzkammergut: Ein Boot fährt im Juli 2020 über den Wolfgangsee. Bild: dpa

Vom 1. Juli an fallen die Obergrenzen für die Besucherzahlen bei Veranstaltungen und die Sperrstunde. In den Sommerferien soll es auch keine Pflicht mehr zur Vorab-Registrierung bei der Einreise geben.

          2 Min.

          Die Lockerung der Corona-Einschränkungen, die am Freitag zur Verkündigung anstand, war so umfassend, dass sich nicht nur die führenden Regierungsmitglieder beider Koalitionsparteien ÖVP und Grüne, sondern auch die Hauptleute aller neun Bundesländer im Kanzleramt am Wiener Ballhausplatz einfanden, um dabei zu sein. In zwei Schritten sollen die Einschränkungen weitgehend zurückgefahren werden: Am 10. Juni wird die Sperrstunde von derzeit 22 Uhr auf Mitternacht verlegt, und die Möglichkeiten, einander zu treffen, werden ausgeweitet.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Vom 1. Juli an fallen die Obergrenzen für die Besucherzahlen bei Veranstaltungen und die Sperrstunde ganz. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) bekundeten ihre Zufriedenheit darüber, dass die Infektionslage und die prognostizierte Entwicklung das möglich machten. „Wir halten somit das Versprechen, dass wir bis zum Sommer zur Normalität zurückkehren können,“ sagte Kurz.

          Die Drei-G-Regel bleibt bestehen

          Das heißt, im Sommer können kulturelle Sommerfestivals oder Sportereignisse wieder vor vollen Rängen stattfinden. Das zielt im Tourismusland Österreich nicht zuletzt auch auf auswärtige Gäste, namentlich deutsche. So soll in den Sommerferien auch die Vorab-Registrierung bei der Einreise nach Österreich entfallen. Eine Voraussetzung für alles bleibt allerdings in jedem Fall bestehen: die sogenannte Drei-G-Regel. Zutritt und Einreise sind also nur möglich, wenn man nachweisen kann, dass man entweder frisch getestet, geimpft oder im Verlauf der vergangenen sechs Monate von einer Covid-Infektion genesen ist.

          Bis zu den Sommerferien gelten für Veranstaltungen noch Obergrenzen: Bis zu 3000 Personen draußen, bis zu 1500 drinnen, wobei nur die Hälfte der vorhandenen Plätze (ab 10. Juni: 75 Prozent) besetzt werden darf. Ab 1. Juli entfallen nicht nur die Obergrenzen, sondern auch die Beschränkungen auf zugewiesene Sitzplätze.

          In Innenräumen fällt die Maskenpflicht – außer dort, wo nicht die Voraussetzung der Drei-G-Regel besteht, beispielsweise in Verkehrsmitteln oder Supermärkten. Die Lockerungen betreffen Veranstaltungen wie die Salzburger Festspiele oder die Wiener Festwochen (die freilich eingeschränkt bereits begonnen haben), das Impulstanz-Festival oder Open-Air-Konzerte.

          Sonderlösung für Formel-Eins-Rennen

          Auch die österreichische Fußball-Saison beginnt mit ersten Pokalspielen bereits wieder im Juli. International noch mehr Interesse dürften zwei Formel-Eins-Rennen im Steirischen Spielberg finden; allerdings ist das erste bereits am 27. Juni geplant, also kurz vor der Öffnung. Hier werde man angesichts des „prestigeträchtigen Events“ Lösungen finden, versicherte Bundeskanzler Kurz.

          Bei den Einreisen orientiert sich Österreich am System des deutschen Robert-Koch-Instituts. Damit soll auch den eigenen Bürgern der Grenzübertritt erleichtert werden. Ohnehin haben auch Länder wie die Tschechische Republik Erleichterungen bei der Einreise angekündigt, die unter anderem auch für Deutschland gelten.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der Erste Strafsenat beim Bundesgerichtshof (BGH), Markus Jäger (l-r), Rolf Raum (Vorsitz), und Wolfgang Bär, verkündet das erste höchstrichterliche Urteil zu umstrittenen Cum-Ex-Deals.

          BGH-Urteil : Auf dem Cum-Ex-Karussell

          Der Bundesgerichtshof hat Klarheit in der Aufarbeitung des Cum-Ex-Skandals geschaffen. Doch einfacher wird sie dadurch trotzdem nicht.

          Berichterstattung aus China : Jagd auf Journalisten

          In Chinas Flutgebieten sollen Korrespondenten eingeschüchtert werden. Auch ein Mitarbeiter der Deutschen Welle ist betroffen. Chinesische Medien machen ebenfalls Stimmung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.