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Österreich : Strache fordert Aufarbeitung von Antisemitismus

Der österreichische FPÖ-Vorsitzende Heinz-Christian Strache hat vorgeschlagen, Themen wie Antisemitismus in den eigenen Reihen aufzuarbeiten. Bild: dpa

Laut Heinz-Christian Strache hat die FPÖ mit rassistischen Burschenschaften nichts zu tun. Nun fordert der FPÖ-Vorsitzende, Themen wie Antisemitismus in der eigenen Partei aufzuarbeiten.

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          Der FPÖ-Vorsitzende Heinz-Christian Strache hat vorgeschlagen, Themen wie Antisemitismus in den eigenen Reihen aufzuarbeiten. Anlässlich des Holocaust-Gedenktags an diesem Samstag regte Strache am Freitag an, „dass sich die Korporationen und das Dritte Lager einer Aufarbeitung der Vergangenheit widmen“. Das könne durch eine Historikerkommission erfolgen, die sich schonungslos mit den Fehlern der eigenen Vergangenheit auseinandersetzen solle.

          Stephan Löwenstein
          Politischer Korrespondent mit Sitz in Wien.

          Mit Korporationen sind Studentenverbindungen wie die Burschenschaften gemeint, das „dritte Lager“ steht in Abgrenzung zu Sozialdemokraten und Christlichsozialen für die ursprünglich deutschnationale Ausrichtung in Österreich, die politisch seit 1955 durch die Freiheitliche Partei FPÖ vertreten wird.

          Strache reagierte damit auch darauf, dass in dieser Woche ein Liederbuch einer Studentenverbindung mit teils rassistischen, die Wehrmacht verherrlichenden und den Holocaust befürwortenden Liedern bekanntgeworden ist. Der Verbindung gehörte unter anderen der FPÖ-Spitzenkandidat in Niederösterreich an, der seine Mitgliedschaft vorerst ruhen lässt.

          Auf einem von Burschenschaften geprägten und der FPÖ ausgerichteten Ball am Freitagabend, dem Akademikerball, wollte Strache laut eigener Ankündigung klare Worte zu dem Thema sprechen: Für Antisemiten gebe es weder in der FPÖ noch am Akademikerball einen Platz. „Die Verantwortung und das Gedenken an die Opfer des Holocaust sind uns Verpflichtung und Verantwortung in der Gegenwart und für kommende Generationen. Wer das anders sieht, soll aufstehen und gehen. Er ist bei uns nicht erwünscht.“

          Strache hatte schon nach dem Bekanntwerden des Liederbuch-Skandals behauptet, die FPÖ habe mit den Burschenschaften „nichts zu tun“. Allerdings rekrutiert sich ein erheblicher Teil der FPÖ-Funktionäre daraus. Gut ein Drittel der Nationalratsabgeordneten und eine Mehrzahl der Landesvorsitzenden sind Mitglieder studentischer Korporationen, einschließlich Straches selbst.

          Gegen die Ausrichtung des Akademikerballs und indirekt auch gegen die Regierungsbeteiligung der FPÖ wurden am Freitag insgesamt drei Demonstrationszüge angemeldet. Die Polizei, die Ausschreitungen befürchtete, mobilisierte ein Großaufgebot an Beamten und machte Teile der Wiener Innenstadt zur Sperrzone. Für den Ball haben sich 2500 Teilnehmer angemeldet.

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