https://www.faz.net/-gpf-9necs

Litauen : Ökonom Nauseda gewinnt Präsidentenwahl

  • Aktualisiert am

Litauens neuer Präsident Gitanas Nauseda und seine Frau jubeln über den Wahlerfolg. Bild: dpa

Er ist parteilos und gilt als moderat: Der Wirtschaftswissenschaftler und Politikneuling Gitanas Nauseda wird Litauens neuer Präsident. Er fordert den Aufbau eines Wohlfahrtsstaats.

          In Litauen hat der 55-jährige Ökonom Gintanas Nauseda die zweite und entscheidende Runde der Präsidentenwahl gewonnen. Nach Auszählung von mehr als 80 Prozent aller Wahlbezirke kommt der unabhängige Politikneuling auf knapp 70 Prozent der abgegebenen Stimmen, wie die staatliche Wahlkommission in Vilnius am späten Sonntagabend mitteilte. Damit lag Nauseda in der Stichwahl um das höchste Staatsamt des baltischen EU- und Nato-Landes uneinholbar vor der ehemaligen Finanzministerin Ingrida Simonyte, die im litauischen Fernsehen ihre Niederlage einräumte.

          Auch Amtsinhaberin Dalia Grybauskaite, die gemäß Verfassung nach zwei fünfjährigen Amtszeiten nicht noch einmal antreten durfte, gratulierte. In einer Mitteilung und auf Facebook wünschte sie ihrem Nachfolger „viel Kraft und Erfolg“ bei der Erfüllung der Wählererwartungen. Nauseda wird sein Amt am 12. Juli antreten.

          Ökonom fordert Aufbau eines „Wohlfahrtsstaats“

          Nauseda ist parteilos, gilt als moderat und hat sich in Litauen mit klaren Positionen zu Wirtschafts- und Finanzthemen einen Namen gemacht. Im Wahlkampf nannte der Wirtschaftswissenschaftler als Ziele den Aufbau eines „Wohlfahrtsstaats“ und „mehr politischen Frieden“.

          Den ersten Wahlgang am 12. Mai mit insgesamt neun Kandidaten hatte die 44-jährige Simonyte mit 31,3 Prozent der Stimmen noch hauchdünn vor Nauseda mit 30,9 Prozent gewonnen. Die Wahlbeteiligung lag nach vorläufigen Angaben bei 53,4 Prozent.

          In Litauen hat das Staatsoberhaupt vorwiegend repräsentative Aufgaben, im Vergleich zum deutschen Bundespräsidenten aber weitergehende Kompetenzen in der Außen- und Verteidigungspolitik. Grybauskaite vertrat ihr Land regelmäßig bei EU-Gipfeln.

          Weitere Themen

          „Eine Zumutung für die Truppe“

          Kritik an AKK : „Eine Zumutung für die Truppe“

          Aus der Opposition gibt es heftige Kritik an der Ernennung von Annegret Kramp-Karrenbauer als Verteidigungsministerin. Kanzlerin und Union würden die „gebeutelte Bundeswehr“ für Personalspielchen missbrauchen, beklagt die FDP.

          Die erste weibliche EU-Kommissionspräsidentin Video-Seite öffnen

          Von der Leyen gewählt : Die erste weibliche EU-Kommissionspräsidentin

          Es war knapp, aber am Ende hat es gereicht: Ursula von der Leyen erhielt mit 383 von 747 Stimmen äußerst knapp die notwendige Mehrheit im Europaparlament. Dadurch wird sie ab dem 01. November Jean-Claude Juncker als Kommissionspräsident ablösen.

          Topmeldungen

          CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer

          Kritik an AKK : „Eine Zumutung für die Truppe“

          Aus der Opposition gibt es heftige Kritik an der Ernennung von Annegret Kramp-Karrenbauer als Verteidigungsministerin. Kanzlerin und Union würden die „gebeutelte Bundeswehr“ für Personalspielchen missbrauchen, beklagt die FDP.

          Wahl von der Leyens : Eine pragmatische Lösung

          Das Europäische Parlament ist über seinen Schatten gesprungen und vermeidet mit der Wahl von der Leyens den Machtkampf mit dem Europäischen Rat. Der Erfolg der CDU-Politikerin sichert auch das Überleben der großen Koalition – fürs Erste.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.