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OECD-Bericht : Deutschland bei Einwanderern so beliebt wie die Vereinigten Staaten

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Eine Frau hält eine schwarz-rot-goldene Fahne. Bild: dpa

Ein aktueller Bericht zeigt, dass die Zuwanderung in die OECD-Länder im vergangenen Jahr zurückgegangen ist. Die Migranten, die kommen, haben vor allem zwei Ziele.

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          Nach einer aktuellen Ausgabe des Internationalen Migrationsausblicks der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) ist Deutschland als Einwanderungsland inzwischen genauso beliebt wie die Vereinigten Staaten. Im Jahr 2016 seien erstmals mehr als eine Million Menschen nach Deutschland gezogen, teilte die Organisation am Mittwoch in Berlin mit. Damit seien ähnlich viele Menschen nach Deutschland eingewandert wie in die deutlich größeren Vereinigten Staaten.

          Die in der Studie vorgelegten Daten zeigen darüber hinaus, dass die Länder der OECD im vergangenen Jahr 2017 etwas mehr als fünf Millionen neue legale Zuwanderer mit dauerhaftem Aufenthaltstitel aufgenommen haben. Das war der erste Rückgang der Zuwanderung im OECD‑Raum seit 2011. Im Vergleich zum Jahr 2016 ging die Zuwanderung um rund fünf Prozent zurück.

          Diese Entwicklung ist wesentlich darauf zurückzuführen, dass die Zahl der anerkannten Flüchtlinge im Jahr 2017 deutlich zurückging. Mit 1,23 Millionen Asylanträgen im OECD-Raum war im vergangenen Jahr eine deutliche Abnahme festzustellen. Zwar liegt diese Zahl immer noch deutlich über allen vor 2015 erfassten Jahren, doch das Rekordniveau von 2016 (1,6 Millionen) wurde nicht mehr erreicht.

          Afghanistan, Syrien und der Irak waren die drei wichtigsten Herkunftsländer. Die meisten Asylanträge innerhalb des OECD-Raums wurden 2017 in den Vereinigten Staaten gestellt (330.000), gefolgt von Deutschland (198.000) und Italien (126.550).

          Geringe Arbeitsmarkteffekte der Flüchtlingsmigration

          Erstmals betrachten die Experten der OECD in der jährlich erscheinenden Studie auch die Auswirkungen des Flüchtlingszustroms auf den Arbeitsmarkt. Der zu erwartende Effekt auf die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird dabei als gering eingeschätzt. Er soll sich in den europäischen Ländern bis Dezember 2020 auf 0,4 Prozent belaufen. Der Nettoeffekt auf die Erwerbsbevölkerung ist den Einschätzungen nach sogar noch geringer (weniger als 0,25 Prozent). Dies liegt unter anderem daran, dass die Erwerbsquoten von Flüchtlingen in der ersten Phase ihres Aufenthalts im Aufnahmeland in der Regel sehr niedrig sind.

          Während es Flüchtlinge schwerer haben, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, hat sich die Arbeitsmarktlage bei den übrigen Zuwanderern laut OECD weiter verbessert. Demnach ging die Arbeitslosenquote unter Migranten 2017 leicht zurück, sie liegt im OECD-Raum nun bei 9,5 Prozent. Gleichzeitig stieg die Beschäftigungsquote von 65,5 auf 67,1 Prozent. In den Vereinigten Staaten hat sich dem Bericht zufolge vor allem die Erwerbssituation von Migranten aus Mexiko und Afrika positiv entwickelt.

          Erstmals erfasst wird in der Studie auch die Zahl der Saisonarbeiter. Sie ist in Polen und in den Vereinigten Staaten am höchsten. Nach Polen kommen vor allem Ukrainer, in den Vereinigten Staaten arbeiten vorwiegend Inder im Saisonbetrieb.

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