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Mittelmeer : „Ocean Viking“ und „Alan Kurdi“ retten 229 Menschen

  • Aktualisiert am

Die „Ocean Viking“ wird von SOS Mediteranee und Ärzte ohne Grenzen betrieben. Bild: AP

In insgesamt vier Einsätzen haben die Schiffe privater Rettungsorganisationen am Freitag und am Samstag zahlreiche Menschen auf dem Mittelmeer gerettet. Ob und wo sie anlegen dürfen, ist noch unklar.

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          Die Rettungsschiffe „Ocean Viking“ und „Alan Kurdi“ haben in insgesamt vier Einsätzen am Freitag und am Samstag 229 Menschen auf dem Mittelmeer gerettet. Die „Ocean Viking“ nahm nach Betreiberangaben am Samstagmorgen weitere 59 Menschen von einem in Not geratenen Holzboot an Bord. Die Bergung habe am frühen Morgen etwa 26 Seemeilen vor der libyschen Küste stattgefunden, teilten SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen per Twitter mit. Laut den beiden Organisationen befinden sich nun 151 Gerettete an Bord.

          Am Freitagmorgen hatte die Besatzung 30 Meilen vor Libyen 92 Migranten von einem überfüllten Schlauchboot aufgenommen. Unter ihnen waren den Angaben zufolge 32 unbegleitete Minderjährige. Zehn seien jünger als 15 Jahre. Zu den Geretteten zählten ein sechs Monate altes Kleinkind und vier schwangere Frauen, schrieben SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen.

          Die als Versorgungs- und Rettungsschiff konzipierte „Ocean Viking“ ist nach Betreiberangaben für die Aufnahme von bis zu 200 Schiffbrüchigen ausgerüstet. Laut Ortungsdiensten im Internet nahm das unter norwegischer Flagge fahrende Schiff nach der letzten Bergungsaktion Kurs nach Norden. Ob bereits eine Anlegeerlaubnis in einem italienischen oder maltesischen Hafen vorliegt, war zunächst nicht in Erfahrung zu bringen.

          Ebenfalls am Samstag rettete die Crew des deutschen Rettungsschiffs „Alan Kurdi“ am Samstagvormittag zunächst 62 Menschen von einem Schlauchboot. Das teilte die Organisation „Sea-Eye“ auf Twitter mit. In das Boot sei bereits Wasser eingedrungen. Unter den Geretteten befindet sich laut „Sea-Eye“ acht Frauen und sieben Kinder, eines sei erst ein halbes Jahr alt. Wenig später wurden 16 Menschen von einem weiteren Schlauchboot geborgen. Nach Angaben der Crew sind sie stark dehydriert und wurden im Bordhospital behandelt.

          Weitere Beratungen zu „Sophia“ am Dienstag

          Die EU-Staaten wollen derweil am Dienstag abermals über einen möglichen Neustart der Marine-Mission „Sophia“ beraten, um das Waffenembargo in Libyen zu überwachen. Dabei könnten auch wieder Migranten in Seenot gerettet werden. 

          Der „Sophia“-Einsatz hatte ab 2015 zehntausende Flüchtlinge aus Seenot gerettet und nach Europa gebracht. Seit April 2019 ist die EU nicht mehr mit Schiffen im Rahmen von Sophia im Einsatz, sondern beschränkt sich nur noch auf die Ausbildung der libyschen Küstenwache. Grund dafür ist, dass die EU-Staaten sich nicht auf ein System zur Verteilung Geretteter einigen konnten.

          Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat bereits angeboten, eine Vereinbarung zur Übernahme von Migranten, die von privaten Hilfsorganisationen gerettet werden, auf die Marinemission „Sophia“ zu übertragen. Bis dato beteiligen sich sieben Staaten an diesem freiwilligen Mechanismus, Deutschland übernimmt ein Viertel der Migranten. Im gesamten Jahr 2019 waren das lediglich 400 Personen.

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