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Nach zwei Rettungseinsätzen : „Ocean Viking“ sucht Hafen für 176 Migranten

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Die „Ocean Viking“ sucht zum vierten Mal einen sicheren Hafen. (Archivbild) Bild: dpa

Die Hilfsorganisation SOS Mediterranee fordert ein schnelles Handeln von der EU. In der Nacht zum Sonntag hatte sie die Menschen von zwei Schlauchbooten gerettet. Derweil erreichten 108 Migranten mit zwei Kleinbooten Kalabrien.

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          Das Rettungsschiff „Ocean Viking“ der Hilfsorganisationen Ärzte ohne Grenzen und SOS Mediterranee wartet mit 176 Migranten an Bord auf Angabe eines sicheren Hafens für die Geretteten. Das Schiff sei aktuell in internationalen Gewässern zwischen der italienischen Insel Lampedusa und Malta, teilte SOS Mediterranee am Montag mit und forderte schnelles Handeln von der EU. Diese hat sich bislang noch nicht auf eine Lösung einigen können.

          „Die EU-Staaten haben fatalerweise immer noch keine verlässliche Regelung gefunden, damit aus Seenot gerettete Personen gemäß internationalem Seerecht so schnell es geht an Land gebracht werden. Ad-hoc-Vereinbarungen dürfen nicht die Lösung sein“, so David Starke, Geschäftsführer von SOS Mediterranee Deutschland. Die „Ocean Viking“ müsse seit Sommer nun bereits zum vierten Mal mit Geretteten an Bord auf einen sicheren Hafen warten. Diese „humanitär völlig inakzeptable Situation“ müsse schnellstmöglich beendet werden.

          Die „Ocean Viking“ hatte zunächst in der Nacht zum Sonntag laut eigenen Angaben 74 Menschen von einem Schlauchboot vor der libyschen Küste gerettet, darunter sechs unbegleitete Minderjährige. Von einem zweiten Schiff wurden später 102 Menschen aufgenommen, darunter vier Schwangere und neun Minderjährige.

          Die italienische Küstenwache hat am Morgen insgesamt 108 Menschen von zwei Kleinbooten übernommen und in die kalabrische Hafenstadt Roccella gebracht. Sie stammen laut italienischen Medienberichten aus dem Irak und dem Iran.

          Die Küstenwache hatte demnach aus Sicherheitsgründen vor der kalabrischen Küste zunächst 64 Menschen von einem kleinen Motorboot übernommen, darunter fünf Frauen und vier Kinder. Etwa eine Stunde später wurde ein kleines Segelschiff mit 44 Menschen entdeckt, darunter eine Frau und ein Kind, und ebenfalls von der Küstenwache in den Hafen gebracht.

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