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Suche nach sicherem Hafen : „Ocean Viking“ rettet 374 Bootsmigranten vor Libyen

  • Aktualisiert am

Die von der Betreiberorganisation der „Ocean Viking“, SOS Méditerranée, am Freitag herausgegebene Aufnahme zeigt, wie Migranten im Mittelmeer von einem Schlauchboot gerettet werden. Bild: dpa

Die Crew sucht für die Menschen nun nach einem sicheren Hafen. Sie wandte sich mit ihrer Bitte um Aufnahme unter anderem an Italien und Malta, teilte die Betreiberorganisation SOS Méditerranée mit.

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          Das Rettungsschiff „Ocean Viking“ sucht für mehr als 370 Bootsmigranten, die im Mittelmeer vor Libyen aus Seenot gerettet wurden, einen sicheren Hafen. Das teilte die Betreiberorganisation SOS Méditerranée am Samstag mit. Die Crew habe sich mit ihrer Bitte um Aufnahme der Migranten unter anderem an Malta und Italien gewandt.

          „Mit 374 Überlebenden an Bord und einer zunehmend schlechten Wetterlage müssen wir die geretteten Menschen so schnell wie möglich an dem nächstgelegenen sicheren Hafen von Bord bringen, wie es das Seerecht vorschreibt“, sagte Verena Papke, Geschäftsführerin von SOS Méditerranée Deutschland. „Ein solcher sicherer Hafen kann nur ein europäischer sein.“

          Die Herkunftsländer der Geretteten seien mehrheitlich Guinea, Mali, Kamerun, die Elfenbeinküste, Sudan und Sierra Leone. Es gab bis Freitag mehrere Einsätze, bei denen die Mannschaft der „Ocean Viking“ Männer, Frauen und Kinder aus überbesetzten Schlauchbooten aufnahm. Unter ihnen seien 168 Minderjährige, 131 von ihnen seien unbegleitet, berichtete SOS Méditerranée. Das Schiff habe allein am Freitagabend 106 Personen an Bord geholt. Die „Ocean Viking“ war nach monatelanger Pause am 11. Januar vom französischen Hafen Marseille ins zentrale Mittelmeer ausgelaufen.

          In Libyen herrscht seit fast zehn Jahren Bürgerkrieg. Dabei hat sich das Land zu einem der wichtigsten Transitgebiete für Migranten auf dem Weg nach Europa entwickelt. Viele wollen über Italien nach Europa einreisen.

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