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Vor libyscher Küste : „Ocean Viking“ nimmt erstmals Bootsflüchtlinge auf

  • Aktualisiert am

Das norwegische Schiff „Ocean Viking“ am 4. Juli 2019 Bild: dpa

Das neue Rettungsschiff von Ärzte ohne Grenzen hat 85 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Nun sucht die „Ocean Viking“ nach einem sicheren Hafen. Salvini macht bereits klar: In Italien darf das norwegische Schiff nicht anlegen.

          Das zivile Seenotrettungsschiff „Ocean Viking“ hat am Freitag erstmals Bootsflüchtlinge im Mittelmeer aufgenommen. Die 85 Menschen seien in einem Schlauchboot in internationalen Gewässern vor Libyen in Seenot geraten, teilte die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ mit, die gemeinsam mit dem Verein SOS Mediterranee das Schiff betreibt. Die Menschen, unter ihnen vier Kinder, seien aus Libyen geflohen. Sie wurden den Angaben zufolge 60 Seemeilen vor der Küste sicher an Bord der „Ocean Viking“ gebracht und medizinisch betreut.

          Das Schlauchboot war den Angaben zufolge von einem Flugzeug der Europäischen Union entdeckt worden. Die „Ocean Viking“ werde sich nach der Rettungsaktion vorerst weiter in dem Gebiet bereithalten, um weitere Menschen aus Seenot zu retten, erklärte „Ärzte ohne Grenzen“ weiter. Das Schiff war am Sonntag von Marseille aus in Richtung libysche Küste zu seinem ersten Einsatz aufgebrochen.

          Unklar ist, wohin die Geretteten gebracht werden. Italiens Innenminister Matteo Salvini erklärte sogleich, dass die „Ocean Viking“ keine italienischen Häfen anlaufen dürfe. In einem Schreiben an die norwegische Regierung am Freitag sagte er, Italien sei „weder gesetzlich verpflichtet noch bereit“, die Migranten an Bord der „Ocean Viking“ aufzunehmen. Mit der „Ocean Viking“ sucht damit aktuell das zweite zivile Seenotrettungsschiff mit Flüchtlingen an Bord einen sicheren Hafen.

          Die spanische „Open Arms“ kreuzt seit acht Tagen mit 121 Flüchtlingen zwischen Malta und Italien. Beide Staaten verweigern dem Schiff, in ihre Hoheitsgewässer oder Häfen einzulaufen. Das italienische Innenministerium habe außerdem der spanischen Regierung geschrieben, sie solle die Migranten an Bord der „Open Arms“ aufnehmen, teilte Salvini mit.

          Die „Open Arms“ hatte am 1. August insgesamt 123 Flüchtlinge in zwei Einsätzen vor der libyschen Küste aufgenommen. Italien nahm zwei schwangere Frauen von Bord, verabschiedete aber mittlerweile ein Sicherheitsgesetz, das harte Strafen für zivile Seenotretter vorsieht, die unerlaubt in italienische Hoheitsgewässer fahren.

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