https://www.faz.net/-gpf-9px28

Vor libyscher Küste : „Ocean Viking“ nimmt erstmals Bootsflüchtlinge auf

  • Aktualisiert am

Das norwegische Schiff „Ocean Viking“ am 4. Juli 2019 Bild: dpa

Das neue Rettungsschiff von Ärzte ohne Grenzen hat 85 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Nun sucht die „Ocean Viking“ nach einem sicheren Hafen. Salvini macht bereits klar: In Italien darf das norwegische Schiff nicht anlegen.

          1 Min.

          Das zivile Seenotrettungsschiff „Ocean Viking“ hat am Freitag erstmals Bootsflüchtlinge im Mittelmeer aufgenommen. Die 85 Menschen seien in einem Schlauchboot in internationalen Gewässern vor Libyen in Seenot geraten, teilte die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ mit, die gemeinsam mit dem Verein SOS Mediterranee das Schiff betreibt. Die Menschen, unter ihnen vier Kinder, seien aus Libyen geflohen. Sie wurden den Angaben zufolge 60 Seemeilen vor der Küste sicher an Bord der „Ocean Viking“ gebracht und medizinisch betreut.

          Das Schlauchboot war den Angaben zufolge von einem Flugzeug der Europäischen Union entdeckt worden. Die „Ocean Viking“ werde sich nach der Rettungsaktion vorerst weiter in dem Gebiet bereithalten, um weitere Menschen aus Seenot zu retten, erklärte „Ärzte ohne Grenzen“ weiter. Das Schiff war am Sonntag von Marseille aus in Richtung libysche Küste zu seinem ersten Einsatz aufgebrochen.

          Unklar ist, wohin die Geretteten gebracht werden. Italiens Innenminister Matteo Salvini erklärte sogleich, dass die „Ocean Viking“ keine italienischen Häfen anlaufen dürfe. In einem Schreiben an die norwegische Regierung am Freitag sagte er, Italien sei „weder gesetzlich verpflichtet noch bereit“, die Migranten an Bord der „Ocean Viking“ aufzunehmen. Mit der „Ocean Viking“ sucht damit aktuell das zweite zivile Seenotrettungsschiff mit Flüchtlingen an Bord einen sicheren Hafen.

          Die spanische „Open Arms“ kreuzt seit acht Tagen mit 121 Flüchtlingen zwischen Malta und Italien. Beide Staaten verweigern dem Schiff, in ihre Hoheitsgewässer oder Häfen einzulaufen. Das italienische Innenministerium habe außerdem der spanischen Regierung geschrieben, sie solle die Migranten an Bord der „Open Arms“ aufnehmen, teilte Salvini mit.

          Die „Open Arms“ hatte am 1. August insgesamt 123 Flüchtlinge in zwei Einsätzen vor der libyschen Küste aufgenommen. Italien nahm zwei schwangere Frauen von Bord, verabschiedete aber mittlerweile ein Sicherheitsgesetz, das harte Strafen für zivile Seenotretter vorsieht, die unerlaubt in italienische Hoheitsgewässer fahren.

          Weitere Themen

          „Die Politik ist gegen uns“ Video-Seite öffnen

          „Bauerndemo“ in München : „Die Politik ist gegen uns“

          In München und Bonn gingen mehrere Tausend Beschäftigte aus der Landwirtschaft auf die Straße, um sich Gehör zu verschaffen. Tausende Landwirte appellierten mit Demonstrationen an Verbraucher und Politik, um positiver wahrgenommen und besser unterstützt zu werden.

          Trudeaus zweite Chance

          Nach der Wahl in Kanada : Trudeaus zweite Chance

          Der Premierminister geht geschwächt aus der Parlamentswahl in Kanada hervor: In konservativen Hochburgen holte Trudeaus Partei nicht einen einzigen Sitz – die politische Landkarte offenbart tiefe Risse.

          Topmeldungen

          Kurze und höchst umstrittene Amtszeit: Stefan Jagsch spricht vor dem Gemeinschaftshaus in Altenstadt-Waldsiedlung.

          Nur einen Monat im Amt : NPD-Ortsvorsteher nach Eklat abgewählt

          Die Wahl eines NPD-Parteimitglieds zum Ortsvorsteher im hessischen Ort Altenstadt hatte bundesweit für Empörung gesorgt. Nun wurde Stefan Jagsch wieder abgewählt. Er fechtet die Entscheidung an – und versammelt einige Unterstützer hinter sich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.