https://www.faz.net/-gpf-a11tl

Nach Notruf der Seenotretter : „Ocean Viking“ darf in Italien anlegen

  • Aktualisiert am

Sichtlich erleichtert: Besatzung und Migranten auf der „Ocean Viking“ Bild: AFP

Die 180 aus Seenot geretteten Migranten dürfen am Montag italienisches Festland betreten. Zuvor hatte die Besatzung des Schiffes einen Notruf abgesetzt.

          1 Min.

          Zwei Tage nach Ausrufung des Notstands an Bord hat die „Ocean Viking“ Instruktionen erhalten, in den Hafen der sizilianischen Hafenstadt Porto Empedocle einzulaufen. Die 180 aus Seenot geretteten Flüchtlinge würden am Montag im Hafen ausgeschifft, teilte SOS Mediterranée am Sonntagnachmittag auf Twitter mit. „Die unnötige Verzögerung hat Leben in Gefahr gebracht“, kritisierten die Seenotretter. Die EU habe in den vergangenen Tagen geschwiegen.

          Die italienischen Behörden hatten nach Angaben der Seenotrettungsorganisation am Sonntagvormittag Corona-Tests an Bord des Schiffs durchgeführt, während es sich südlich von Sizilien in internationalen Gewässern befand. Am Samstag war ein Team von Medizinern an Bord des Schiffes gekommen, um die psychologische Situation der Geretteten zu begutachten.

          Die Besatzung der „Ocean Viking“ hatte die Flüchtlinge in vier Einsätzen zwischen dem 25. und dem 30. Juni aus Seenot gerettet. Der Notstand war ausgerufen worden, nachdem zwei Gerettete sich ins Wasser gestürzt hatten. Wachsende Spannungen hätten sich in Androhung von Gewalt gegen Gerettete und die 44-köpfige Besatzung entladen, berichtete SOS Mediterranée.

          Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) äußerte am Sonntag die Hoffnung auf eine politische Verständigung bei der Reform des europäischen Asylsystems während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft. Deutschland hat die EU-Ratspräsidentschaft zum 1. Juli übernommen. „Blaupause für die Einigung in Europa“ könne die Vereinbarung sein, die bei der Seenotrettung getroffen wurde, sagte der Bundesinnenminister der „Welt am Sonntag“. Bislang beteiligten sich aber nur fünf bis sechs Staaten an diesem Notfallmechanismus, der vergangenes Jahr auf Malta beschlossen wurde und das tagelange Ausharren auf dem Mittelmeer von Seenotrettungsschiffen verhindern sollte.

          „Wir haben keine Initiative zur Wiederaufnahme des Abkommens von Malta zur Umsiedlung geretteter Menschen gesehen, kein Zeichen der Solidarität mit den Küstenstaaten“, schrieb SOS Mediterranée auf Twitter. In der kommenden Woche kommen die EU-Innenminister zusammen, unter anderem um über die Seenotrettung zu sprechen.

          Weitere Themen

          Das steckt hinter dem Rechtsstreit Video-Seite öffnen

          Polen und die EU : Das steckt hinter dem Rechtsstreit

          EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Polens Ministerpräsident Mateusz Morawiecki kamen sich bei der Aussprache im EU-Parlament am Dienstag nicht entgegen.

          Topmeldungen

          Konkurrenten um das Amt des Finanzministers: Robert Habeck (links) und Christian Lindner

          Ampel-Verhandlungen : Wer was wird

          Welche Partei welches Ministerium bekommt, soll erst am Schluss der Koalitionsverhandlungen besprochen werden. Doch im Hintergrund hat das große Verteilen längst begonnen. Ein Überblick aus der Berliner Gerüchteküche.
          Den Auftritt in Amsterdam hatten sich Erling Haaland (Zweiter von rechts) und der BVB sicher anders vorgestellt.

          0:4-Debakel in Champions League : Der BVB wird regelrecht zerlegt

          Das Duell mit Ajax Amsterdam gerät für Borussia Dortmund zur Lehrstunde in Sachen Offensivfußball. Torhüter Gregor Kobel verhindert ein noch deutlicheres Ergebnis. Trainer und Spieler des BVB sind bedient.
          Julian Reichelt

          Der Fall Julian Reichelt : Was uns der Rauswurf des Bild-Chefs sagt

          Der Bild-Chefredakteur Julian Reichelt ist seinen Job los. Bei seinem Betragen ist das nur angemessen. Springer-Chef Döpfner hält ihn indes für einen „Rebellen“. Das ist der falsche Begriff.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.