https://www.faz.net/-gpf-7pt2t

Vereinigte Staaten : Obama will Totalabzug aus Afghanistan bis Ende 2016

  • Aktualisiert am

Kompletter Abzug: Obama am vergangenen Sonntag in Bagram Bild: AP

Der amerikanische Präsident macht Tempo beim geplanten Truppenabzug aus Afghanistan: Zum Ende seiner Amtszeit sollen keine Soldaten der Vereinigten Staaten mehr in dem Land stationiert sein. Schon Ende 2014 soll die Truppe halbiert werden.

          1 Min.

          Präsident Barack Obama plant, bis zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2017 sämtliche Truppen aus Afghanistan abgezogen zu haben. Das will er nach Angaben des Weißen Hauses noch am Dienstag bekanntgeben.

          Demnach ist er zwar bestrebt, nach Beendigung des Kampfeinsatzes im Dezember zunächst 9800 Amerikaner am Hindukusch stationiert zu lassen, sofern der künftige afghanische Präsident das Bilaterale Sicherheitsabkommen unterzeichnet.

          Sie sollen auf verschiedenen Stützpunkten afghanische Sicherheitskräfte ausbilden. Bisher wurde grob kalkuliert, dass Deutschland und andere Verbündete für diese neue Nato-Mission „Resolute Support“ zusammen etwa halb so viele Soldaten stellen wie die Amerikaner. Die Vereinigten Staaten haben angekündigt, am Hindukusch zudem weiterhin begrenzte Antiterroroperationen durchzuführen. Doch will Obama Amerikas Truppenkontingent schon im kommenden Jahr halbieren.

          Ende 2015 werden die Amerikaner daher nur noch in Kabul und dem nahegelegenen Bagram präsent sein. Ende 2016 wollen die Vereinigten Staaten laut Weißem Haus „wie im Irak“ nur noch eine „normale Botschaftspräsenz“ und ein „Sicherheitsbüro“ unterhalten. Die Nato hat Afghanistan bisher nur vage „langfristige“ Unterstützung zugesagt; die Allianz will das Land bis mindestens 2024 finanziell unterstützen.

          Obama hatte sämtliche Truppen aus dem Irak abgezogen, weil Bagdad Amerikas Soldaten keine Immunität vor Strafverfolgung garantieren wollte. Eine solche Lage wollte Washington in Afghanistan vermeiden.

          Mehr in Kürze auf FAZ.NET

          Weitere Themen

          Die Zeit für eine Entscheidung ist überfällig

          Debatte um Polen-Denkmal : Die Zeit für eine Entscheidung ist überfällig

          Der Bundestag diskutiert am Freitag über einen Gedenkort für die Opfer der deutschen Gewaltherrschaft in Polen. Der Prozess sollte jetzt nicht mehr unnötig in die Länge gezogen werden. Wir stehen Polen gegenüber in der Verantwortung. Ein Gastbeitrag.

          Scholz und Altmaier zu neuen Corona-Hilfen Video-Seite öffnen

          Livestream : Scholz und Altmaier zu neuen Corona-Hilfen

          Nach Verkündung der aktuellen Maßnahmen in der Pandemie wollen Finanzminister Olaf Scholz und Wirtschaftsminister Peter Altmaier auch über neue Corona-Hilfen für die Wirtschaft informieren. Verfolgen Sie die Pressekonferenz im Livestream.

          Topmeldungen

          Corona-Debatte im Bundestag : Merkel und der Preis des Menschenlebens

          Von Merkel über Lindner bis zur AfD zog sich eine Frage durch die Debatte im Bundestag: Was gilt ein Menschenleben? Die überzeugendste Antwort gab Ralph Brinkhaus: Wir sind keine Diktatur.

          Wie Doubles arbeiten : Ich wäre gern wie du

          Ob Johnny Depp oder Michael Jackson – fast jeder Weltstar hat einen Doppelgänger. Eine Geschichte über die Menschen, die im Widerschein des Rampenlichts leben.
          Mit Hilfe der Armee: In der Tschechischen Republik fehlen angesichts der europaweit höchsten Infektionszahlen die Ärzte.

          Corona-Not in Ostmitteleuropa : Wenn die Ärzte alt oder emigriert sind

          In der Tschechischen Republik kollabiert wegen den Covid-19-Patienten das Gesundheitssystem. Wie in der Slowakei sind junge Ärzte in westlichere Länder ausgewandert. Die Älteren, die geblieben sind, gehören zur Risikogruppe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.