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Obama in Berlin : Berlin mit Sicherheitsstufe Eins Plus

Der amerikanische Präsident Barack Obama 2013 bei seinem Berlin-Besuch vor dem Brandenburger Tor Bild: dpa

Kurz vor dem Ende seiner Amtszeit kommt Barack Obama am Mittwoch noch einmal nach Deutschland. Berlin bereitet sich vor, mit umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen.

          2 Min.

          Bis jetzt ist nicht viel bekannt über die Pläne der Sicherheitskräfte zum zweiten Berlin-Besuch von Barack Obama. Klar ist, die Sicherheitslage ist angespannt. Für den Präsidenten gilt Sicherheitsstufe 1+. Diese höchste Stufe wird erlassen, wenn mit einem Anschlag auf den Gast zu rechnen ist. Außer für den amerikanischen Präsidenten und dessen Außenminister gilt sie weltweit für den russischen Präsidenten und den Präsidenten Israels.

          Anna-Lena Ripperger

          Redakteurin in der Politik.

          Die Berliner Polizei und das Bundeskriminalamt (BKA) bereiten die Hauptstadt seit Tagen auf den Besuch des amerikanischen Präsidenten vor. Auch Agenten des Secret Service, die für den Schutz des Präsidenten zuständig sind, waren schon in der vergangenen Woche in Berlin, um die Lage zu sondieren. Bewohner und Touristen müssen sich zwischen Mittwoch und Freitag auf massive Einschränkungen einstellen.

          Am Mittwochabend wird Obama gegen 18 Uhr mit der „Air Force One“ auf dem militärischen Teil des Flughafens Tegel landen. Seine Ankunft wird wohl den Flugbetrieb lahmlegen. Wie die Flughafensicherheit mitteilte, wird die Besucherterrasse auf dem Dach des Flughafengebäudes in Tegel während des gesamten Staatsbesuch gesperrt bleiben. Der Abflug von Berlin zum Asien-Pazifik-Gipfel (Apec) in Peru ist für Freitagmittag geplant.

          Zwischen dem Flughafen und dem Regierungsviertel werden am Mittwochabend und Freitagvormittag wahrscheinlich zahlreiche Straßen gesperrt, weil Obamas Tross von der Polizei in die Innenstadt beziehungsweise zurück zum Flughafen eskortiert wird. Zu Einschränkungen kommt es auch im Nahverkehr der Hauptstadt: Die U-Bahnlinie 55 zwischen dem Brandenburger Tor und dem Hauptbahnhof fährt nicht, die S-Bahnen der Nord-Süd-Linien halten nicht am Bahnhof Brandenburger Tor.

          Obama und Merkel 2013 auf dem Dach des Kanzleramtes

          Um das Regierungsviertel und das Brandenburger Tor hat die Polizei eine Sicherheitszone eingerichtet. Dort dürfen weder Autos noch Fahrräder noch größere Behälter abgestellt werden. Die Polizei informierte die Anwohner per Flyer über die geplanten Maßnahmen. Anwohner der Wilhelmstraße sollen von Mittwochmittag bis Freitagmittag die Fenster geschlossen halten und das Haus nicht ohne Personalausweis verlassen. Außerdem wurden sie dazu aufgefordert, verdächtige Beobachtungen sofort der Polizei zu melden. Fahrverbote wurden bisher aber nur im Stadtteil Mitte erlassen.

          Obama trifft in Berlin seine wahrscheinlich „engste Verbündete“

          Vom Terminplan Obamas sind nur einige Punkte bekannt. Am Donnerstagnachmittag trifft Obama gegen 15.15 Uhr Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Sie hatte er in einer Pressekonferenz vor seiner Europa-Reise als wahrscheinlich „engste Verbündete der letzten acht Jahre“ bezeichnet. Das wichtigste Thema des Treffens sind die Folgen von Donald Trumps Wahlsieg, vor allem im Hinblick auf die transatlantischen Beziehungen. Merkel und Obama werden wohl auch über das Verhältnis zu Russland, die Zukunft der Nato und die internationalen Bemühungen zum Klimaschutz sprechen.

          Am Abend ist ein Essen im Kanzleramt geplant. Am Freitagmorgen reisen gegen 10 Uhr dann die Staats- und Regierungschefs Italiens, Frankreichs, Spaniens und Großbritanniens an, um Obama und Merkel zu treffen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wohnt Obama bei seinem Berlin-Aufenthalt im Hotel Adlon am Boulevard Unter den Linden.

          Polizisten vor dem Ritz Carlton Hotel Berlin, in dem der amerikanische Präsident Barack Obama 2013 mit seiner Familie untergebracht war

          An den drei Tagen von Obamas Besuch werden seine Aufenthaltsorte weiträumig abgesperrt. Das gilt für den Flughafen und den Luftraum darüber, die Fahrtstrecke zum Hotel, mögliche öffentliche Auftritte, das Kanzleramt und weitere Termine. Scharfschützen kontrollieren die Dächer und begleiten Obamas Konvoi, dessen genaue Fahrstrecke bis zuletzt geheim bleibt. Wegen der Sicherheitsstufe 1+ werden in der Berliner Innenstadt Versorgungsschächte verplombt und Gullys verschweißt. Auch Papierkörbe gelten als Sicherheitsrisiko und werden entfernt. In der Kanalisation suchen Taucher nach Bomben.

          Als Obama 2013 Berlin besuchte, waren nach Angaben der Berliner Polizei 5500 eigene Leute im Einsatz. Unterstützt wurden sie von Beamten aus anderen Bundesländern. Die Vorkehrungen für das aufwendige Schutzkonzept am Brandenburger Tor, wo Obama sprach, dauerten tagelang. Diesmal werden es etwas weniger sein, weil kein großer öffentlicher Auftritt Obamas geplant ist. 

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