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Obama ehrt Merkel mit Freiheitsmedaille : „Stimme für Menschenrechte weltweit“

  • Aktualisiert am

Merkel beschrieb die Ehrung als „sehr bewegenden Moment” Bild: dpa

Der amerikanische Präsident Obama hat Bundeskanzlerin Merkel die Freiheitsmedaille der Vereinigten Staaten, die höchste zivile Würdigung des Landes, überreicht. Merkel sei zu einem „Symbol des Triumphs der Freiheit“ geworden, sagte Obama.

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          Bei einem festlichen Staatsbankett hat der amerikanische Präsident Barack Obama Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die amerikanische Freiheitsmedaille überreicht. Vor 250 geladenen Gästen im Rosengarten des Weißen Hauses würdigte Obama die Kanzlerin am Dienstagabend (Ortszeit) als „eloquente Stimme für Menschenrechte und Würde weltweit“. Merkel beschrieb die höchste zivile Ehrung der Vereinigten Staaten als „sehr bewegenden Moment“.

          Obama erinnerte in seiner Laudatio an Merkels Kindheit und Jugend in der ehemaligen DDR und ihre politische Karriere nach der Wende. Die Kanzlerin werde nicht dafür geehrt, dass ihr die Freiheit verweigert worden sei, sondern „dafür, was sie erreicht hat, als sie die Freiheit erlangte“, betonte Obama. Merkel sei nicht nur die erste Frau und Ostdeutsche an der Spitze der deutschen Regierung, sondern auch eine „außergewöhnliche“ Führungspersönlichkeit.

          Die Kanzlerin sagte, sie sehe die Verleihung der Freiheitsmedaille als „Ausdruck der exzellenten deutsch-amerikanischen Partnerschaft“ an. Zugleich beklagte sie, dass das Streben nach Freiheit auf der Welt noch immer „zu viele Opfer“ fordere. „Die Sehnsucht nach Freiheit lässt sich nicht einmauern“, sagte Merkel. Jeder Mensch habe das gleiche Recht auf Freiheit - egal ob er in Nordafrika, im Iran, in Birma oder in Weißrussland lebe.

          Obama sagte, Merkel werde dafür geehrt, „was sie erreicht hat, als sie die Freiheit erlangte”
          Obama sagte, Merkel werde dafür geehrt, „was sie erreicht hat, als sie die Freiheit erlangte” : Bild: dapd

          Zu den 250 geladenen Gästen beim Staatsbankett zählten Regierungsvertreter und Diplomaten beider Länder. Aus Merkels Kabinett nahmen Wirtschaftsminister Philipp Rösler und Außenminister Guido Westerwelle (beide FDP), Verteidigungsminister Thomas de Maizière und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) sowie Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) teil. Auch der ehemalige Fußball-Nationaltrainer Jürgen Klinsmann und Showmaster Thomas Gottschalk waren anwesend.

          Die Zeremonie im Rosengarten des Weißen Haus war Abschluss und Höhepunkt eines zweitägigen Besuches von Merkel. Die Bundeskanzlerin hatte am Dienstagmorgen Obama zu offiziellen Gesprächen im Weißen Haus getroffen. Nachdem es in den vergangenen Monaten wegen des Libyen-Einsatzes und unterschiedlichen Ansätzen in Wirtschaftsfragen Differenzen zwischen Berlin und Washington gegeben hatte, betonten beide Politiker die Bedeutung der transatlantischen Beziehungen.

          Merkel ist nach dem früheren Bundeskanzler Helmut Kohl, der1999 für seine Verdienste um die deutsche Einheit und die europäische Einigung geehrt wurde, erst die zweite mit der Freiheitsmedaille ausgezeichnete Deutsche. Jedes Jahr verleiht das Weiße Haus den Orden an Politiker, Künstler, Wissenschaftler oder Unternehmer, die einen besonders verdienstvollen Beitrag für die Sicherheit oder die nationalen Interessen der Vereinigten Staaten, zum Weltfrieden oder zu „kulturellen oder anderen wichtigen öffentlichen oder privaten Unternehmungen“ geleistet haben.

          In ihrer heutigen Form geht die „Presidential Medal of Freedom“ auf Präsident John F. Kennedy zurück, der nach seiner Ermordung 1963 posthum zu den ersten Empfängern gehörte. Merkel bekam die Freiheitsmedaille 2010 gemeinsam mit einem Dutzend weiterer Persönlichkeiten zugesprochen, darunter der frühere amerikanische Präsident George Bush senior und Investor Warren Buffett. Während die anderen Preisträger den fünfzackigen Stern bereits bei der offiziellen Verleihung Mitte Februar in Empfang nahmen, wurde die Verleihung an Merkel aus Termingründen auf das Abendessen am Dienstag verschoben.

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