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Nukleare Teilhabe : Atombomben als politisches Spaltmaterial

Ein Tornado der Bundeswehr nach der Landung. Die Flugzeuge könnten Atombomben tragen. Bild: dpa

Die anderen NATO-Staaten schauen besorgt auf Deutschland, weil hier ein wesentliches Instrument der Bündnis-Strategie kaum noch Unterstützung findet.

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          Das dritte Triell hat den Eindruck bestätigt, dass Deutschland im Wahlkampf vor allem um sich selbst kreist und seine außenpolitische Rolle nicht einmal reflektieren mag. Dagegen fragen sich Nachbarn und Bündnispartner, welchen Kurs der nächste Bundeskanzler in der Außen-und Sicherheitspolitik einschlägt. Für die NATO betrifft das auch eine Frage, die im Wahlkampf kein einziges Mal thematisiert worden ist: Was wird aus der nuklearen Teilhabe? Ausgerechnet dieses Thema birgt jedoch erhebliches Spaltpotential, nicht nur in der Allianz selbst, sondern schon in den nach der Wahl anstehenden Koalitionsverhandlungen.

          Thomas Gutschker
          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Die nukleare Teilhabe ist von jeher ein heikles Thema, über das deutsche Politiker in der Öffentlichkeit nicht gerne reden. Es betrifft den Kern der nuklearen Abschreckung in Europa; Fachleute sprechen von „extended deterrence“, also erweiterter Abschreckung. Nach dem Abzug sämtlicher Mittelstreckenwaffen aus Europa sind nur noch rund 150 amerikanische Atombomben auf dieser Seite des Atlantik verblieben. Sie lagern in fünf Staaten, unter strenger amerikanischer Aufsicht: in der Türkei, in Italien, den Niederlanden, Belgien und in Deutschland, auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel. Jedes Land hält Kampfflugzeuge bereit, die speziell dafür ausgelegt sind, diese Bomben im Ernstfall in ihr Ziel zu tragen.

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