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Brexit-Ultras über Europawahl : Wie das Trojanische Pferd?

  • -Aktualisiert am

Eine britische und eine EU-Fahne hängen bei einer Demonstration vor dem britischen Parlamentsgebäude in London an einer Fahnenstange. Bild: dpa

Wenn sie doch noch einmal an der Europawahl teilnehmen müssten, wollten sie den Europäern das Leben so schwer wie möglich machen, kündigen die britischen Brexit-Ultras an – welch eine Drohung!

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          Es muss schon historisch bedeutungsschwanger klingen, wenn die britischen Brexit-Ultras ihrem Zorn auf „Europa“ freien Lauf lassen. Nach den Großmachtphantasien der jüngeren Vergangenheit wird jetzt das Trojanische Pferd bemüht, das der Sage nach den Griechen einst den Sieg über die Stadt Troja eintrug.

          Wenn sie doch noch einmal an der Europawahl teilnehmen müssten, wollten sie nachher den Europäern das Leben so schwer wie möglich machen, heißt es, und sich wie ein Trojanisches Pferd in feindlicher Umgebung betätigen. Welch eine Drohung! Aber dann doch irgendwie enttäuschend.

          Die auf ihr kleines England fixierten Nostalgiker haben offenbar ihre ganze Energie auf die Pflege ihrer Cricketplätze verwendet und die Wirklichkeit der EU aus den Augen verloren.

          Würde ihr Ungetüm in der Herde der Straches, Salvinis, und wie die anderen unberechenbaren Rösser alle heißen, überhaupt auffallen? Man muss wohl Engländer sein, um das zu glauben.

          Aber das ist ja der Grundton der Austrittskampagne auf der Insel. Glaube ersetzt Realitätssinn.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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