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NSA-Spionage in Spanien : Madrid bestellt amerikanischen Botschafter ein

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Die diplomatischen Mienen könnten sich jetzt verdunkeln: Der amerikanische Botschafter in Spanien, James Costos (r.), und der frühere Ministerpräsident Zapatero Ende September in Madrid Bild: dpa

Nun also auch Spanien: Die NSA hat dort Millionen Telekommunikations-Datensätze abgegriffen. Das berichtet „El Mundo“ unter Berufung auf Snowden-Dokumente. Die spanische Regierung hat den amerikanischen Botschafter James Costos einbestellt.

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          Der amerikanische Geheimdienst NSA hat einem Medienbericht zufolge in Spanien Ende 2012 Dutzende Millionen Telekommunikations-Datensätze gesammelt. Die Telefonnummern und Ortsangaben von mehr als 60,5 Millionen Telefonaten seien zwischen Dezember 2012 und Januar 2013 gespeichert worden, heißt es in einem Beitrag des britischen Enthüllungsjournalisten Glenn Greenwald, den die Madrider Zeitung „El Mundo“ am Montag veröffentlicht hat.

          Der Inhalt der Gespräche soll nicht belauscht worden sein. Die NSA soll nach dem Bericht auch persönliche Daten von Internet-, E-Mail-, Facebook- und Twitter-User in Spanien gesammelt haben. Greenwald beruft sich auf Unterlagen des „Whistleblowers“ Edward Snowden. Die Zeitung „El País“ berichtete darüber hinaus, dass unter den gesammelten Daten auch Anschlüsse von spanischen Politikern und Mitgliedern der Regierung seien.

          Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte noch am Freitag erklärt, ihm liege kein Beweis für eine amerikanische Spionage in Spanien vor. Doch die Veröffenlichungen des Wochenendes, wonach auch das Handy der Bundeskanzlerin von der NSA abgehört worden sei, haben auch in Madrid einen Sinneswandel ausgelöst.

          Der spanische Ministerpräsident Rajoy soll laut „El País“ am Sonntag ein etwa halbstündiges Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel geführt haben. In spanischen Diplomatenkreisen gehe man davon aus, dass eine Antwort auf die amerikanische Abhörpraxis nicht auf nationaler Ebene erfolgen sollte Da offensichtlich zahlreiche Staaten von der NSA ausspioniert wurden, sollte die Antwort auf EU-Ebene erfolgen. Die Madrider Regierung hat den amerikanischen Botschafter James Costos am Montag vormittag einbestellt.

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