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NSA-Affäre : Correa: Entscheidung über Snowden liegt bei Moskau

  • Aktualisiert am

Auf der Flucht: Edward Snowden Bild: REUTERS

Ob der frühere amerikanische Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden ins Asyl nach Ecuador reisen kann, bleibt ungewiss. Die Lösung des Konflikts liege in russischer Hand, sagt Ecuadors Präsident Correa.

          Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa hat die Verantwortung über das weitere Schicksal des flüchtigen früheren amerikanischen Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden  Russland zugewiesen. Um Snowdens Asylantrag bearbeiten zu können,  müsse er sich auf ecuadorianischem Boden befinden, sagte Correa am Samstagabend dem Privatsender Oromar. „Derzeit aber liegt die Lösung, sein weiteres Reiseziel, in den Händen der russischen  Behörden“, fuhr der Präsident fort. Er bekräftigte, sein Land könne nichts für die derzeitige Situation. Snowden stehe in Kontakt mit  Wikileaks-Gründer Julian Assange, der ihm zu dem Asylantrag geraten habe.

          Vereinigte Staaten fordern Snowdens Auslieferung

          Die Vereinigten Staaten suchen Snowden als Enthüller umfassender Überwachungsprogramme des amerikanischen Geheimdiensts NSA per Haftbefehl. Sie fordern seine Auslieferung und haben seinen amerikanischen Pass entwertet, weshalb der 30-Jährige nach Darstellung Russlands seit Sonntag im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo festsitzt. Inzwischen bat Snowden Ecuador um Asyl.

          Schiebt die Verantwortung Russland zu: Ecuadors Präsident Rafael Correa

          Correa hatte am Samstag bekannt gegeben, dass amerikanischen Vizepräsident Joe Biden mit ihm gesprochen habe. Biden habe ihn in einem Telefongespräch am Freitag „in knapper Form“ mitgeteilt, dass die Vereinigten Staaten von Ecuador die Ablehnung des Asylantrags Snowdens erwarteten.

          Der Präsident erklärte nun, seine Regierung werde sich die  Argumente der amerikanischen Behörden anhören, die Entscheidung über ein Asyl liege aber letzten Endes bei ihr.

          Snowdens Enthüllungen über geheime britische und amerikanische Programme zur Überwachung der Telefon- und  Internetkommunikation bezeichnete Correa als „größten Spionagefall in der Menschheitsgeschichte“.

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