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Feuer in der Notre-Dame : „Unsere Dame der Tränen“

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Die Titelseiten der internationalen Presse zeigen das verheerende Feuer in Notre-Dame. Bild: AFP

Wie gelähmt scheint die französische Hauptstadt nach dem Brand in der historischen Kathedrale Notre-Dame. Das Feuer ist auch auf den Titelseiten der internationalen Presse – manche Zeitungen sehen in ihm eine Symbolik.

          Nach dem verheerenden Brand in der Pariser Notre-Dame ist die internationale Anteilnahme groß. Das Feuer, das gestern Abend in der historischen Kathedrale ausgebrochen war, zerstörte vor den Augen zahlreicher Zuschauer den Dachreiter und brachte dessen Spitzturm zum Einsturz. Mittlerweile konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht und vollständig gelöscht werden. Zumindest die beiden Glockentürme sowie die Hauptstruktur des Gebäudes haben den Brand überstanden.

          Für viel Einwohner Paris’ bleibt am Tag danach große Trauer und Entsetzen. Über Jahrhunderte hatte sich die Kathedrale Notre-Dame zahlreichen Revolutionen, Kriegen sowie zwei Weltkriegen widersetzt und war Schauplatz zahlreicher historischer Ereignisse gewesen. Die Tragödie beschäftigt heute auch die Titelseiten und Berichterstattung der internationalen Presse. Ein Auszug:

          Die größte französische Tageszeitung „Le Monde“ veröffentlicht die Sonderausgabe „Notre-Dame, notre historie“ – „Notre-Dame, unsere Geschichte“. Dort ist zu lesen, der Brand habe eine Ode an Emotionen in Frankreich und der ganzen Welt ausgelöst.

          Die französischen Kollegen der römisch-katholischen Tageszeitung „La Croix“ titeln „Le cœur en cendres“ – Das Herz liegt in Asche. „Les Echos“ schreibt von „der Tragödie von Paris“ und fügt hinzu, dass das „gewaltsame Feuer“, das die Kathedrale verwüstet hat, zu weltweiten Emotionen geführt hat.

          Die größte Pariser Boulevardzeitung „Le Parisien“ beweint auf ihrer Titelseite die Tragödie „Notre-Dame des Larmes“ – „Unsere Dame der Tränen“.

          Ein Symbol für ein Frankreich in Aufruhr?

          Auch aus Großbritannien kommt große Anteilnahme. „Paris weint, während seine geliebte Dame zugrunde geht“ heißt es in der britischen „Times“. Ähnliche Worte finden sich auch im „Telegraph“: „Paris weint um seine geliebte Dame“. Die „Daily Mail“ bedauert die „neun Jahrhunderte Geschichte“, die in einem „unheiligen Inferno“ verloren gehen.

          Eine Autorin der „Neuen Zürcher Zeitung“ erinnert sich mit einer Hommage an die Grand Dame Frankreichs und schreibt über die Kathedrale: „Notre-Dame de Paris, ein schwereloser Zauber aus Stein“

          Auf der Titelseite der spanischen Tageszeitung „El País“ heißt es: „Die Flammen zerstören Notre-Dame, ein Symbol europäischer Geschichte“. Weiter heißt es, dass das, was sich in dem Feuer verliert, unersetzbar ist. Fundamente der Geschichte des Landes und der Stadt Paris wären in den Flammen verschwunden. 

          Auch in Übersee sprechen die Zeitungen Frankreich ihre Anteilnahme aus. So titelt die „New York Times“ in Anspielung auf die momentane aufgeheizte Stimmung in Frankreich: „Ein Frankreich in Aufruhr weint über ein Symbol anhaltender Pariser Identität“. Notre-Dame habe über Jahrhunderte eine Vorstellung darüber bewahrt, was es heißt, französisch zu sein. Als Rauch und Flammen Montag in den Himmel schlugen, war die Symbolik nicht zu übersehen. Ähnlich urteilt auch die „Washington Post“, dass der Fall der Notre-Dame ein schwerer Schlag für Paris und alles, was es widerspiegle, sei. Der australische „Sydney Morning Herald“ ist sich zwar sicher, dass Notre-Dame wiederauferstehen wird – dennoch werde sie „niemals wieder dieselbe sein“. 

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