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Stoltenberg zu Anschlägen : „Hass gibt es noch immer“

  • Aktualisiert am

Jens Stoltenberg, Nato-Generalsekretär, spricht am Donnerstag während eines Gedenkgottesdienstes im Oslo. Bild: dpa

Norwegen gedenkt der Terroranschläge in Oslo und auf der Insel Utøya am 22. Juli 2011. Der damalige Ministerpräsident Jens Stoltenberg ruft zum aktiven Einsatz für Demokratie auf. „Wir müssen jeden einzelnen Tag für sie kämpfen.“

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          Der frühere norwegische Regierungschef Jens Stoltenberg hat am zehnten Jahrestag der Terroranschläge in Oslo und auf der Insel Utøya den unverminderten Kampf für die Werte einer offenen Gesellschaft angemahnt. „Vor zehn Jahren begegneten wir Hass mit Liebe. Aber Hass gibt es noch immer“, sagte der heutige NATO-Generalsekretär am Donnerstag bei einem Gedenkgottesdienst im Dom von Oslo.

          Dabei erinnerte Stoltenberg an andere aus rassistischen und rechtsextremistischen Motiven begangene Taten in Norwegen, aber auch an Terrorangriffe in Brüssel, Paris, New York, Kabul, Bagdad, Christchurch und anderen Orten auf der Welt. „Wieder und wieder werden wir daran erinnert, dass Demokratie nicht ein für alle Mal gewonnen wird. Wir müssen jeden einzelnen Tag für sie kämpfen“, sagte er. „Die Terroristen können sich dazu entschließen, Leben zu nehmen, aber wir bestimmen, dass sie uns die Demokratie, unsere freie und offene Gesellschaft, nicht nehmen dürfen.“

          Der Täter wurde zu 21 Jahren Haft verurteilt

          Der Rechtsextremist Anders Behring Breivik hatte am 22. Juli 2011 mit einer Autobombe im Osloer Regierungsviertel und einem Massaker unter den Teilnehmern des jährlichen Sommerlagers der Jugendorganisation der sozialdemokratischen Arbeiterpartei auf Utøya insgesamt 77 Menschen getötet. Stoltenberg war zum Zeitpunkt der Breivik-Anschläge norwegischer Ministerpräsident gewesen. Seit 2014 ist er Generalsekretär der Nato.

          Die meisten der Opfer des Attentats auf Utøya waren jünger als 20 Jahre, das jüngste erst 14. Der Anschlag, bei dem auch Dutzende Menschen verletzt wurden, löste in Norwegen und international Entsetzen aus. Breivik, der zum Zeitpunkt der Tat 32 Jahre alt war, wurde 2012 zu 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt.

          Erna Solberg (von links nach rechts), Ministerpräsidentin von Norwegen, Kronprinz Haakon Magnus von Norwegen, und Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen nehmen in Oslo an einer Gedenkfeier anlässlich des 10. Jahrestages der Terroranschläge in Oslo und auf der Insel Utøya teil.
          Erna Solberg (von links nach rechts), Ministerpräsidentin von Norwegen, Kronprinz Haakon Magnus von Norwegen, und Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen nehmen in Oslo an einer Gedenkfeier anlässlich des 10. Jahrestages der Terroranschläge in Oslo und auf der Insel Utøya teil. : Bild: dpa

          „Wir dürfen den Hass nicht unbeantwortet lassen“, sagte die norwegische Regierungschefin Erna Solberg am Donnerstag bei einer Gedenkveranstaltung vor Überlebenden sowie Angehörigen der Opfer in Oslo. Seit den Anschlägen sei viel unternommen worden, um den Kampf der Sicherheitsbehörden gegen jede Form von Extremismus zu stärken.

          Am wichtigsten sei aber, dass jeder und jede Einzelne ein inneres „Bollwerk gegen Intoleranz und Hassrede“ aufbaue, sagte Solberg. Um 12.00 Uhr sollten in Norwegen im Gedenken an die Opfer der Anschläge landesweit die Glocken läuten. Außer der Gedenkveranstaltung in Oslo und einer Messe in der dortigen Kathedrale war eine weitere Gedenkzeremonie auf der Insel Utøya geplant.

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