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Nordmazedonien : Der Mann, der alles auf die EU gesetzt hatte

Zoran Zaev am Sonntag in Skopje Bild: AP

Der Rücktritt des nordmazedonischen Ministerpräsidenten ist für Brüssel eine schlechte Nachricht. Zoran Zaevs Niederlage ist auch eine Niederlage für die Erweiterungspolitik der EU auf dem Balkan.

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          Im Mai 2017 wurde Zoran Zaev Ministerpräsident Mazedoniens. Im Oktober 2021 erklärte er seinen Rücktritt als Ministerpräsident Nordmazedoniens. Mazedonien war sicherheitspolitisch weitgehend auf sich allein gestellt, Nordmazedonien ist seit März 2020 Mitglied der NATO. So ließen sich die vergangenen gut viereinhalb Jahre in dem Balkanstaat sowie Zaevs Hinterlassenschaft beschreiben. Allerdings fehlt dabei ein wichtiger Aspekt: Prägend für Zaevs Amtszeit war nämlich nicht allein, was ihm glückte, sondern vor allem, was ihm verwehrt wurde.

          Michael Martens
          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Zwar gelang es Zaev (gegen starken einheimischen Widerstand) die Umbenennung Mazedoniens in Nordmazedonien durchzusetzen und damit Griechenland dazu zu bewegen, eine Aufnahme seines Staates in die NATO nicht länger zu blockieren. Die Umbenennung war innenpolitisch ein mutiges, fast waghalsiges Manöver.

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