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In Italien : Nordkoreanischer Top-Diplomat setzt sich offenbar ab

  • Aktualisiert am

Eine nordkoreanische Flagge, hier vor der Botschaft im chinesischen Peking Bild: AFP

Er wäre bereits der zweite ranghohe Diplomat, der dem Regime in Pjöngjang den Rücken kehrt: Der derzeitige Leiter der nordkoreanischen Botschaft in Rom hat Berichten zufolge Asyl für sich und seine Familie beantragt.

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          Der Geschäftsträger der nordkoreanischen Botschaft in Italien hat sich Medienberichten zufolge abgesetzt und Asyl für sich und seine Familie in einem Drittland beantragt. Die Familie des 48 Jahre alten Diplomaten Jo Song-gil stehe derzeit unter dem Schutz der italienischen Behörden, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag, ohne Quellen dafür zu nennen.

          Die Angaben könnten vom südkoreanischen Geheimdienst oder anderen Stellen nicht bestätigt werden, sagte eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums in Seoul. „Wir stellen derzeit Nachforschungen an.“

          Jo führte Botschaft wohl vertretungsweise

          Die südkoreanische Zeitung „JoongAng Ilbo“ hatte zuvor berichtet, Jo habe bereits Anfang Dezember um Asyl gebeten. Er setzte sich den Berichten zufolge offensichtlich ab, weil ihn die Regierung in Pjöngjang zurückbeordert habe.

          Damit wäre Jo ein weiterer ranghoher Vertreter des kommunistischen Landes, der dessen Führung den Rücken kehrt. Zuletzt setzte sich der frühere nordkoreanische Vize-Botschafter in London, Thae Yong-ho, ab.

          Seit Oktober 2017 führte Jo laut Yonhap vertretungsweise die Botschaft in Rom. Zuvor habe Italien den eigentlichen nordkoreanischen Botschafter Mun Jong-nam als Reaktion auf den sechsten Atomtest Nordkoreas im Monat davor des Landes verwiesen. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa erfahren haben will, war Jo bis zum 20. November des vergangenen Jahres offiziell im Dienst.

          Der 48 Jahre alte Diplomat werde an einem „sicheren Ort“ geschützt, berichtete Yonhap. Jo sei ein „Sohn oder Schwiegersohn“ eines der ranghöchsten nordkoreanischen Kader, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten Nordkorea-Fachmann.

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