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Pjöngjang fordert Hilfe an : Nordkoreaner müssen hungern

Straßenszene in Pjöngjang Bild: dpa

Die Tagesration von Reis, Weizen oder Kartoffeln wird halbiert. Die Welthungerhilfe spricht von einer „bedenklichen“ Lage. Pjöngjang soll schon Hilfe erbeten haben.

          Die Welthungerhilfe stuft die Ernährungslage in Nordkorea als „bedenklich“ ein. „Die Regierung hat angekündigt, die Tagesration auf 300 Gramm zu kürzen“, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). Das ist eine Halbierung; die Zahl bezieht sich auf Reis, Weizen oder Kartoffeln.

          Thomas Gutschker

          Redakteur im Ressort Politik in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Welthungerhilfe arbeitet als eine von ganz wenigen internationalen Hilfsorganisationen in Nordkorea. Nach ihren Angaben beziffert Pjöngjang Ernteverluste auf 1 bis 1,5 Millionen Tonnen an Grundnahrungsmitteln. Die Welthungerhilfe will jetzt in den Provinzen, in denen sie tätig ist, eigene Daten erheben. Anfang März wird dazu auch ein Bericht der Vereinten Nationen erwartet. Pjöngjang hat, wie am Freitag bekannt wurde, schon ein Hilfsersuchen an die UN gerichtet.

          Hilferuf einer Atommacht

          Einige Berichterstatter argwöhnten, das solle nur Druck vor dem Gipfeltreffen zwischen Präsident Trump und Kim Jong-un in der kommenden Woche aufbauen. In der Vergangenheit hatte Pjöngjang immer wieder Hilfslieferungen im Gegenzug für politische Konzessionen gefordert. Allerdings ist ein solches Verhalten mit dem neuen Selbstbewusstsein als Atommacht nicht zu vereinbaren. Deshalb könnte der Hilferuf darauf hindeuten, dass die Lage wirklich schlecht ist.

          Die Welthungerhilfe verweist darauf, dass es im vergangenen Jahr große Hitzewellen und starke Überschwemmungen in mehreren Landesteilen gegeben habe. Dabei sei ein Teil der landwirtschaftlichen Flächen und der Häuser zerstört worden. Ob sich die Situation in diesem Jahr weiter verschärfe, hänge vom Wetter in den nächsten Monaten und der Ernte im Frühjahr ab. Nach Einschätzung der UN sind zehn Millionen Nordkoreaner, 40 Prozent der Bevölkerung, unter- und mangelernährt.

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