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Nordkorea testet neues U-Boot : Bewährte Druckmittel

Machtwort: Kim Jong-un bei der Inspektion des neuen U-Boots, welches im Hintergrund zu sehen ist Bild: Reuters

Nordkorea baut an einem U-Boot mit ballistischen Raketen. Damit will sich das Land gegen einen militärischen Erstschlag Amerikas vorbereiten. Vor allem aber erhöht die neue Waffe den Druck im Kräftemessen mit Washington.

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          Vor gut einem Monat ließ sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un bei einer seiner zahlreichen Inspektionen vor Ort in einem Trockendock fotografieren, vor einem imposanten U-Boot. Die Staatsmedien berichteten, das „neugebaute U-Boot“ werde schon bald zu Wasser gelassen. Kim selbst verkündete, es gehe um „eine wichtige Komponente für die nationale Verteidigung unseres Landes“. Er zeigte sich „hochzufrieden“ mit den Fortschritten seiner Ingenieure.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Neue Satellitenaufnahmen legen nun nahe, dass Kims Besuch jener Werft galt, in der Nordkorea nach Einschätzung amerikanischer Geheimdienste mindestens seit 2016 an einem U-Boot baut, von dem aus ballistische Raketen abgefeuert werden könnten. Seine Fertigstellung würde die Kapazitäten des Landes maßgeblich erweitern, denn das U-Boot würde nicht nur die Reichweite der nordkoreanischen Raketen vergrößern, sondern wäre auch schwerer zu entdecken und zu bekämpfen als landgestützte Raketensysteme.

          „Der Bau und die Inbetriebnahme eines U-Boots mit ballistischen Raketen wären eine bedeutende Eskalation der Bedrohung durch nordkoreanische ballistische Raketen und würden die Verteidigungsplanung in der Region erschweren“, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht von Forschern des Center for Strategic and International Studies (CSIS).

          Nächster Schritt im Wettrüsten

          Die ausgewerteten Aufnahmen ließen vermuten, dass Nordkorea „echte Fortschritte bei der Entwicklung eines zweiten Standbeins“ seines Atomprogramms mache. Damit komme das Land dem Ziel näher, ein Atomarsenal aufzubauen, das nicht vollständig durch einen amerikanischen Erstschlag zerstört werden könnte. Die Aussichten auf eine vollständige atomare Entwaffnung Nordkoreas würden damit verringert, schreiben die Forscher. Nach ihrer Einschätzung würde es allerdings nach der Aufnahme des Testbetriebs noch mehr als ein Jahr dauern, bis das neue Waffensystem einsatzbereit wäre.

          Die Forscher sehen zudem Hinweise, dass Nordkorea einen Raketentest mit dem neuen U-Boot vorbereitet. Das schließen sie unter anderem aus einem Kran und mehreren Schiffen, die auf den Satellitenbildern zu sehen sind. Vor drei Jahren hatte Pjöngjang den bisher einzigen bekannten Raketentest von einem U-Boot aus durchgeführt. Dabei handelte es sich nach Einschätzung von Fachleuten um ein weniger schlagkräftiges Vorgängermodell, das bis heute nicht einsatzfähig ist. Die getestete Rakete vom Typ Pukguksong-1 flog mehr als 500 Kilometer weit. Der Radius des neuen U-Boots mit Dieselantrieb ist allerdings begrenzt. Nach Erkenntnissen des Verteidigungsministeriums in Seoul könnte es den Pazifik nicht durchqueren, ohne aufzutauchen und entdeckt zu werden.

          Nordkorea weiß freilich, dass amerikanische Geheimdienste seine Werft in Sinpo an der Ostküste des Landes im Blick haben. Die Bewegung von Kränen und Schiffen dort ist auch eine erprobte Methode, um Signale an Washington zu senden und den Druck auf den amerikanischen Präsidenten zu erhöhen.

          Kim Jong-un und Donald Trump hatten im Juni bei einem kurzen Treffen an der innerkoreanischen Grenze eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm vereinbart. Bislang allerdings hat kein entsprechendes Treffen auf Arbeitsebene stattgefunden. Stattdessen hat Nordkorea seit Juli in kurzer Folge mehrere Kurzstreckenraketen getestet. Der amerikanische Präsident hat die Abschüsse wiederholt mit dem Hinweis heruntergespielt, es handle sich „nur“ um Raketen kurzer Reichweite. In Japan und Südkorea, die beide von Nordkoreas Kurzstreckenraketen erreicht werden können, wächst allerdings die Sorge. Denn die getesteten Raketen, die der russischen Iskander ähnlich sein sollen, sind aufgrund ihrer irregulären Flugbahn von Abwehrsystemen wie Patriot und Thaad schwerer zu bekämpfen.

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