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Zwei Projektile gestartet : Nordkorea setzt Raketentests fort

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Menschen in Südkorea verfolgen Nachrichten über den neuesten nordkoreanischen Waffentest. Bild: Reuters

Nordkorea hat nach Angaben aus Südkorea und Japan zwei Projektile abgefeuert, die rund 380 Kilometer weit geflogen sein sollen. Unklar ist, ob es sich dabei um ballistische Raketen handelte.

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          Nordkorea hat bei einem neuen Waffentest nach Angaben Südkoreas vermutlich Raketen von einem sehr großen Mehrfachraketenwerfer abgefeuert. Nordkorea habe am Donnerstag zwei Projektile von einer Gegend um Yonpo an der Ostküste aus gestartet, teilte Südkoreas Generalstab mit. Während Südkoreas Militär von einem großen Mehrfachraketenwerfer ausging, sprach das Verteidigungsministerium in Japan von einem abermaligen Test mit ballistischen Raketen. Solche Tests sind der selbst erklärten Atommacht Nordkorea per UN-Resolutionen untersagt.

          Japan habe bei Nordkorea wegen des Waffentests protestiert, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf einen ranghohen Beamten des Außenministeriums. Der Protest sei an die nordkoreanische Botschaft in Peking übermittelt worden. Südkoreas Militär äußerte Kritik wegen des neuen Tests. Ein hoher Offizier des Generalstabs rief das Nachbarland im Norden auf, „solche Aktionen sofort zu unterlassen“.

          Den südkoreanischen Angaben zufolge flogen die Projektile 380 Kilometer weit. Sie hätten eine Höhe von bis zu 97 Kilometern erreicht. Zusammen mit den Vereinigten Staaten würden die Tests weiter analysiert, hieß es. Südkoreas Militär beobachte die Situation für den Fall, dass weitere Tests erfolgen könnten. In Yonpo befindet sich ein Militärflugplatz.

          Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten mehrfach Waffentests durchgeführt und dabei auch Mehrfachraketenwerfer verwendet sowie ballistische Raketen gestartet. Solche Raketen sind in der Regel Boden-Boden-Raketen. Sie befördern je nach Bauart konventionelle, biologische, chemische oder sogar atomare Sprengköpfe ins Ziel.

          Am Montag hatte Südkorea das Nachbarland wegen einer Artillerieübung nahe der innerkoreanischen Seegrenze kritisiert. Südkorea warf Pjöngjang vor, gegen ein bilaterales Militärabkommen vom September des vergangenen Jahres verstoßen zu haben. Nordkorea müsse jede militärische Aktion in der Grenzregion stoppen.

          In der Region herrscht derzeit wieder größere Unsicherheit wegen der fehlenden Fortschritte im Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm. Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden könnten. Es ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen.

          Die Führung in Nordkorea hatte zuletzt in mehreren Erklärungen deutlich gemacht, an neuen Atomgesprächen mit den Vereinigten Staaten nicht interessiert zu seien, solange Washington keine neue Vorschläge mache. Die Verhandlungen sind seit dem gescheiterten Gipfeltreffen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un im Februar in Vietnam nicht mehr vorangekommen. Beide Seiten konnten sich nicht über den Abbau der nordkoreanischen Atomwaffen einigen.

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