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Nordkorea : Säbelrasseln des „Schurkenstaats“

  • Aktualisiert am

Der nordkoreanische Führer Kim Jong Il Bild: dpa

Nordkorea erweitert nach eigenen Angaben sein Kernwaffenarsenal. Der stellvertretende Außenminister behauptet, das Land könne auch einen Angriff Amerikas parieren. Morgen wird Südkoreas Präsident mit Bush über den schwierigen Nachbarn sprechen.

          Nordkorea erweitert nach den Worten seines stellvertretenden Außenministers Kim Gye Gwan sein Atomwaffenarsenal.

          Außerdem habe das Land genügend Atombomben, um sich gegen einen Angriff Amerikas zu verteidigen, sagte Kim am Mittwoch dem amerikanischen Fernsehsender ABC in Pjöngjang. Zugleich deutete Kim an, daß Nordkorea technisch in der Lage sei, eigene Langstreckenraketen mit nuklearen Sprengköpfen zu bestücken.

          Die Erklärung gab Kim kurz vor Gesprächen zwischen dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush und dem südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun an diesem Freitag ab.

          „Unsere Wissenschaftler auf gleichem Niveau“

          Die Frage, ob Nordkorea weitere Atombomben baue, beantwortete Kim mit „Ja“. Die genaue Zahl der bereits existierenden Atomwaffen in Nordkorea sei ein Staatsgeheimnis. Kim wollte jedoch weder bestätigen noch dementieren, daß nordkoreanische Raketen Ziele in Amerika erreichen könnten.

          Gefragt, ob nordkoreanische Raketen nukleare Sprengköpfe transportieren könnten, antwortete Kim: „Ich möchte sie wissen lassen, daß unsere Wissenschaftler einen Kenntnisstand haben, der mit dem anderer Wissenschaftler auf der Welt vergleichbar ist.“

          Erst vor wenigen Tagen hatten nordkoreanische Diplomaten ihre Bereitschaft erklärt, wieder über das Atomprogramm mit fünf anderen Ländern zu verhandeln. Am Mittwoch hatte das Außenministerium in Pjöngjang aber mitgeteilt, Voraussetzung dafür sei die Erfüllung bestimmter Bedingungen durch Amerika.

          Sechserrunde seit einem Jahr ausgesetzt

          Nordkorea weigert sich seit einem Jahr unter Verweis auf eine angeblich „feindselige Politik“ Washingtons, die Sechserrunde mit Amerika, Südkorea, China, Rußland und Japan fortzusetzen. Im Februar hatte das kommunistische Land offiziell erklärt, Kernwaffen zu besitzen.

          Bush und Roh wollen an diesem Freitag über das weitere Vorgehen im Konflikt um das nordkoreanische Atomprogramm beraten. Der Besuch werde eine wichtige Gelegenheit sein, um nach einer friedlichen Lösung des Atomstreits zu suchen, hieß es.

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