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Pjöngjang provoziert weiter : Nordkorea testet Rakete – Japan empört

  • Aktualisiert am

In Seoul läuft ein Bericht über den Raketentest des Nordens. Bild: Reuters

Schon zum dritten Mal in diesem Monat feuert Nordkorea eine ballistische Rakete ab. Nun droht Tokio mit „konkreten Schritten“, um den Tests Einhalt zu gebieten.

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          Trotz mehrerer UN-Verbotsresolutionen und internationaler Appelle hat Nordkorea nach Angaben Südkoreas abermals eine ballistische Rakete getestet. Sie sei nach dem Start am Montagmorgen (Ortszeit) an der Ostküste nahe Wonsan 450 Kilometer weit in Richtung offenes Meer geflogen, teilte der Generalstab der südkoreanischen Armee mit. Tokio verurteilte den Abschuss auf das Schärfste. Die Rakete stürzte demnach möglicherweise in der 200-Meilen-Zone vor seiner Küste ins Wasser.

          Bei der Rakete handelte es sich den Angaben Südkoreas zufolge vermutlich um eine Rakete des Typs Scud. In Seoul berief Präsident Moon Jae-in den Nationalen Sicherheitsrat ein.

          Dritter Raketentest diesen Monat

          Mehrere UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch Atomsprengköpfe tragen können. Mit diesem Vorfall ließ die kommunistische Führung in Pjöngjang allein in diesem Mai bereits drei ballistische Raketen testen.

          Nordkorea : Nordkorea empört mit neuem Raketentest

          Japan wolle gemeinsam mit der Schutzmacht Amerika „konkrete Schritte“ unternehmen, um Nordkorea Einhalt zu gebieten, sagte der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe nach Medienberichten. „Wir können wiederholte Provokationen nicht tolerieren“, so Regierungssprecher Yoshihide Suga. In Washington wurde der Raketentest zunächst kommentarlos zur Kenntnis genommen worden. „Die Regierung weiß Bescheid“, hieß es in einer in Washington verbreiteten Erklärung des Nationalen Sicherheitsrates. „Der Präsident wurde informiert.“

          G-7 kritisieren Nordkorea

          Erst am Samstag hatte die Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten Nordkorea eindringlich aufgerufen, seine Atom- und Raketenprogramme „vollständig, nachprüfbar und unumkehrbar“ zu stoppen. In der Abschlusserklärung ihres Gipfeltreffens auf Sizilien ruft die G-7 die Weltgemeinschaft auf, ihre Anstrengungen zur Umsetzung entsprechender UN-Resolutionen zu „verdoppeln“.

          Nordkorea unternahm seit dem vergangenen Jahr zwei neue Atomversuche und zahlreiche Raketentests, durch die sich vor allem Südkorea und das G-7-Mitglied Japan bedroht fühlen. Amerikas Präsident Donald Trump schloss im Gegenzug einen Militärschlag gegen das ostasiatische Land nicht aus.

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          Pjöngjang hatte zuletzt am 21. Mai eine Mittelstrecken-Rakete ins Meer abgeschossen. Nach Angaben des südkoreanischen Militärs war die Rakete nach dem Start im Westen das Nachbarlandes mehr als 500 Kilometer weit geflogen sei, bevor sie ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer) stürzte. Davor hatte Nordkorea am 14. Mai eine noch stärkere Mittelstreckenrakete eines anderen Typs getestet.

          Nordkorea treibt die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch einen Atomsprengkopf bis in die Vereinigten Staaten tragen können.

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