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Nordkoreas Cyberkrieg : Pjöngjang auf digitalem Raubzug

Kaderschmiede für Cyberkräfte: Aufnahme eines Klassenraums nahe Pjöngjang Bild: AP

Nordkorea braucht dringend Geld. Die Sanktionen werden immer strenger, das Atomprogramm kostet Milliarden. Längst hat das Regime eine neue Quelle für sich entdeckt.

          7 Min.

          Kürzlich bekamen Spekulanten, die mit Digitalwährungen handeln, eine Mail der amerikanischen Bundessteuerbehörde. Im Anhang befand sich ein Dokument, das vor Internetbetrug warnte. „Falls Sie eine Mail der Bundessteuerbehörde erhalten, die ihnen verdächtig vorkommt“, hieß es darin, „dann öffnen Sie keinesfalls den Anhang.“ Tja. Wer das las, für den war es schon zu spät. Er war soeben selbst Opfer eines Cyberangriffs geworden. Und man hatte sich dabei noch über ihn lustig gemacht.

          Morten Freidel
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

          Die Mail kam nämlich gar nicht von der amerikanischen Bundessteuerbehörde, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Nordkorea. Wer den Anhang öffnete, installierte ein Schadprogramm, das Kontakt aufnahm zu einem nordkoreanischen Hacker. Der schaute sich sein Opfer genau an. Besaß es Kryptowährungen von Wert, lud er weitere Programme auf dessen Rechner, etwa einen Keylogger, der Tastaturanschläge aufzeichnet und Passwörter ausspähen kann. Sobald der Zeitpunkt günstig war, raubte der Hacker sein Ziel aus.

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