https://www.faz.net/-gpf-agci1

Drittes Mal im September : Nordkorea nimmt offenbar weiteren Raketentest vor

  • Aktualisiert am

28.09.2021 Südkorea, Seoul: Menschen im im Seouler Bahnhof sehen während einer Nachrichtensendung ein Fernsehbild des nordkoreanischen Raketenstarts. Bild: dpa

UN-Resolutionen untersagen der selbsterklärten Atommacht Nordkorea den Test von ballistischen Raketen. Doch Pjöngjang beharrt auf seinem Recht auf Waffentests.

          1 Min.

          Nordkorea hat am Dienstag offenbar einen weiteren Raketentest vorgenommen. Die Armee habe ein „unbekanntes Projektil“ ins Meer vor der nordkoreanischen Ostküste abgefeuert, teilte das südkoreanische Militär mit, ohne weitere Einzelheiten zu nennen. Ein Sprecher des japanischen Verteidigungsministeriums sagte der Nachrichtenagentur AFP, es habe sich anscheinend um eine „ballistische Rakete“ gehandelt.

          Bei der UN-Generaldebatte beharrte der nordkoreanische Gesandte auf das Recht seines Landes, Waffentests vorzunehmen. „Niemand kann uns das Recht auf legitime Verteidigung verweigern“, sagte der UN-Botschafter Kim Song in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung. Nordkorea baue seine Verteidigungsfähigkeiten aus, „um die Sicherheit und den Frieden des Landes zuverlässig zu gewährleisten“.

          Das international weitgehend isolierte Nordkorea steht wegen seines Atom- und Raketenprogramms unter strikten US- und UN-Sanktionen. Pjöngjang hatte in diesem Monat bereits zwei Raketentests vorgenommen und dabei einen neuen Marschflugkörper mit großer Reichweite sowie ballistische Kurzstreckenraketen abgefeuert. UN-Resolutionen verbieten der selbst erklärten Atommacht Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen atomaren Sprengkopf befördern können. Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte den Test zweier ballistischer Kurzstreckenraketen durch Nordkorea Mitte September als „Provokation“ bezeichnet.

          Vor dem Test Overtüren von Pjöngjang

          Der jüngste Test erfolgte wenige Tage nachdem die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un ein interkoreanisches Gipfeltreffen für möglich erklärt hatte. Voraussetzung dafür seien „Respekt“ und „Unvoreingenommenheit“, betonte Kim Yo Jong am Samstag. Sie brachte auch Gespräche über eine Beendigung des Kriegszustands ins Spiel. Am Freitag hatte sie die Regierung in Seoul aufgefordert, ihre „feindliche Politik“ gegenüber Nordkorea einzustellen.

          Nach dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 war lediglich ein Waffenstillstand geschlossen worden, so dass sich die beiden Staaten offiziell noch immer im Kriegszustand befinden. Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte in den vergangenen Tagen seine Forderung bekräftigt, den Kriegszustand aufzuheben.

          Die Gespräche zwischen Nord- und Südkorea waren weitgehend zum Erliegen gekommen, seit ein Gipfeltreffen Kim Jong Uns mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump in Hanoi scheiterte.

          Weitere Themen

          Italiens Senat lehnt Gesetzentwurf ab

          Kampf gegen Homophobie : Italiens Senat lehnt Gesetzentwurf ab

          Die Debatte um den Schutz von sexuellen Minderheiten in Italien erhält neuen Auftrieb. Der Senat lehnt das „Legge Zahn“ ab – und belastet damit die Koalition von Ministerpräsident Draghi.

          Hendrik Wüst zum neuen Ministerpräsident von NRW gewählt Video-Seite öffnen

          Laschets Nachfolger : Hendrik Wüst zum neuen Ministerpräsident von NRW gewählt

          In Nordrhein-Westfalen ist der CDU-Landesvorsitzende Hendrik Wüst zum neuen Ministerpräsidenten gewählt worden. Der bisherige Landes-Verkehrsminister erzielte im ersten Wahlgang deutlich die erforderliche absolute Mehrheit. Er tritt die Nachfolge von Armin Laschet an, der in den Bundestag wechselt.

          Topmeldungen

          Ein Blumenstrauß liegt zu Ehren der Filmemacherin Halyna Hutchins vor der Bonanza Creek Ranch in Santa Fe.

          Unfall am Filmset : „Es war eine echte, antike Waffe“

          Die Staatsanwältin korrigierte das Sheriffsbüro, das wiederholt von einer „Requisitenwaffe“ gesprochen hatte: Es habe sich um eine echte, geladene Waffe gehandelt. Außerdem habe es lose Munition am Set gegeben.
          Benjamin Netanjahu am Dienstag, 26. Oktober 2021, bei einem Besuch des Mahane-Yehuda-Markts in Jerusalem

          Benjamin Netanjahu : Ein Mann kann nicht loslassen

          Er ist seit Juni nicht mehr Israels Ministerpräsident. Aber weil er sich mit dem Machtverlust nicht abfinden will, prägt Benjamin Netanjahu die Politik des Landes noch immer.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.