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„Game Changer“ : Nordkorea testet erstmals Hyperschallrakete

Nordkorea testet Hyperschallrakete, hier ein Foto der nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA vom Mittwoch Bild: EPA

Der amerikanische Sondergesandte für Nordkorea sieht eine Gefahr für die Region. Ein Rüstungsfachmann spricht von einem „großen Schritt für Nordkorea“.

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          Nordkorea hat nach eigenen Angaben erstmals eine Hyperschallrakete getestet. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA sprach am Mittwoch von einer „strategischen Waffe“ vom Typ Hwasong-8, deren Entwicklung im aktuellen Fünfjahresplan zur Priorität erklärt worden sei. Wegen ihrer mehrfachen Überschallgeschwindigkeit und ihrer hohen Manövrierfähigkeit sind solche Gleitflugkörper für Luftabwehrsysteme besonders schwer zu erfassen, weshalb Fachleute sie als „Game Changer“ bezeichnen.

          Friederike Böge
          Politische Korrespondentin für China, Nordkorea und die Mongolei.

          Südkoreas Militär teilte jedoch am Mittwoch mit, dass die gemessene Geschwindigkeit und andere Merkmale des am Dienstag abgefeuerten Geschosses darauf hindeuteten, dass die mutmaßliche Hyperschallrakete sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinde und dass „bis zu einem tatsächlichen Einsatz noch eine beträchtliche Zeitspanne nötig wäre“.

          Der Generalstab äußerte zudem die Einschätzung, die Waffe könne von südkoreanischen und amerikanischen Systemen abgefangen werden. Südkoreanische Medien berichteten unter Berufung auf Aufklärungsergebnisse, die Rakete habe nicht die für Hyperschallwaffen übliche Geschwindigkeit von mehr als 6125 Kilometer je Stunde erreicht. Bisher verfügen nur wenige Länder über Hyperschallraketen. Am weitesten fortgeschritten ist diese Technologie in Amerika, in Russland und in China.

          USA weiter offen für Gespräche

          Laut der KCNA-Meldung kam während des Testflugs zudem erstmals ein „Treibstoffkanister“ zum Einsatz. Eine Umstellung aller Raketenantriebssysteme auf diese Technologie sei von hoher militärischer Bedeutung, heißt es in dem Bericht. Der Rüstungsfachmann Jeffrey Lewis vom James Martin Center for Nonproliferation Studies sprach auf Twitter von einem „großen Schritt für Nordkorea“. Wenn das Land in der Lage sei, seine Raketen vorab in der Fabrik zu betanken und dies nicht mehr an der Abschussstelle tun müsse, seien sie weniger leicht vom US-Militär auszuschalten, schrieb er.

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          Der amerikanische Sondergesandte für Nordkorea, Sung Kim, bezeichnete den Waffentest als destabilisierend und als Gefahr für die Region. Er fügte hinzu, dass die Vereinigten Staaten weiterhin offen für Gespräche mit Nordkorea seien. Pjöngjang habe entsprechende Dialogangebote bisher nicht beantwortet. Es ist bereits der dritte nordkoreanische Raketentest in diesem Monat. Die Bezeichnung als „strategische Waffe“ deutet darauf hin, dass Nordkorea anstrebt, den Gleitflugkörper nuklear zu bewaffnen. Der Abschuss in der Provinz Jagang im Westen des Landes sei von Pak Jong-Chon, einem Mitglied des Präsidiums des Politbüros, beaufsichtigt worden, schrieb KCNA. Die Provinz ist wegen ihrer Bedeutung für die nordkoreanische Rüstungsindustrie seit Jahren für Ausländer gesperrt.

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