https://www.faz.net/-gpf-8x8xb

Nordkorea-Konflikt : Amerika stationiert Raketenabwehr in Südkorea

  • Aktualisiert am

Vorführung: Teile des Thaad-Systems im Einsatz (Archivbild von November 2015). Die Vereinigten Staaten wollen eine solche Raketenabwehr in Südkorea stationieren. Bild: AFP

Im Nordkorea-Konflikt hat Amerika mit dem Aufbau eines umstrittenen Raketenabwehrsystems begonnen. Ein atomgetriebenes Raketen-U-Boot legte bereits in Südkorea an.

          2 Min.

          Angesichts der wachsenden Spannungen im Konflikt mit Nordkorea demonstrieren die Vereinigten Staaten militärische Stärke. Das amerikanische Militär begann mit dem Aufbau eines umstrittenen Raketenabwehrsystems in Südkorea. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, wurden am Mittwochmorgen (Ortszeit) die ersten Container mit Bauteilen des Systems Thaad (Terminal High Altitude Area Defense) auf ein Gelände in der Provinz Gyeongsang gebracht.

          Ein Sprecher des amerikanischen Verteidigungsministeriums in Washington sagte auf dpa-Anfrage, die Vereinigten Staaten arbeiteten mit Südkorea zusammen, um die Aufstellung des „defensiven“ Thaad-Systems so schnell wie möglich abzuschließen. Der Einsatz des Systems diene dazu, Südkorea vor Bedrohungen durch nordkoreanische Raketen zu verteidigen.

          Die Vereinigten Staaten hatten die geplante Stationierung des Thaad-Systems bereits angekündigt. Im März hatte das Kommando der Streitkräfte im Pazifik mitgeteilt, die ersten Elemente seien in Südkorea eingetroffen.

          Nach zwei Atomversuchen und etlichen Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr ist die Lage in der Region sehr angespannt. Südkorea und die Vereinigten Staaten gehen davon aus, dass die kommunistische Regierung in Pjöngjang derzeit einen weiteren Atomtest vorbereitet und abermals ballistische Raketen testet.

          Chinas Sorge

          Das Thaad-System dient der Abwehr von Kurz- und Mittelstreckenraketen. Es zielt auf die Bedrohung durch Nordkorea. China sieht durch Thaad seine Sicherheitsinteressen bedroht, weil das weitreichende Frühwarnsystem auch Pekings Raketenpotenzial erfassen und seine Strategie beeinträchtigen könnte, Militärschläge gegen amerikanische Streitkräfte im Pazifik auszuführen.

          Am Mittwoch will sich Amerikas Präsident Donald Trump in Washington mit Senatoren und wichtigen Ministern zum Thema Nordkorea beraten. An dem Treffen nehmen unter anderem Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister James Mattis teil.

          Trump hatte bereits mehrfach mit Alleingängen im Nordkorea-Konflikt gedroht, setzt aber auf eine Zusammenarbeit mit China. Er hat China wiederholt aufgefordert, seinen Einfluss auf Nordkorea geltend zu machen. Trump will China dafür auch in Handelsfragen entgegenkommen.

          U-Boot vor Südkorea

          Die amerikanische Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, hatte in einem Interview des Fernsehsenders NBC am Montag (Ortszeit) gewarnt, Washington könnte zu militärischen Aktionen greifen, sollte Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un von seinem Konfrontationskurs im Streit um das Atomprogramm des Landes nicht einlenken.

          Bereits am Dienstag legte das atomgetriebene Raketen-U-Boot „USS Michigan“ in der südkoreanischen Küstenstadt Busan an, während Nordkorea offiziell den 85. Gründungstag der Streitkräfte mit massiven Schießübungen beging und mit „atomaren Erstschlägen“ drohte. Auch die südkoreanischen und amerikanischen Seestreitkräfte hielten gemeinsam Schießübungen ab.

          „Eine Armada, sehr schlagkräftig“

          Das Einlaufen der „USS Michigan“ in Busan bezeichnete die amerikanische Marine als Hafenbesuch. Das mit Tomahawk- Marschflugkörpern ausgerüstete U-Boot habe nicht an den gemeinsamen Seemanövern mit Südkorea am Dienstag vor der West- und Ostküste teilgenommen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul.

          Die Vereinigten Staaten schicken derzeit auch einen Flottenverband um den Flugzeugträger „USS Carl Vinson“ in die Nähe der koreanischen Halbinsel, um den Druck auf Pjöngjang zu erhöhen. Dem Fernsehsender Fox hatte Trump mit Blick auf Nordkorea gesagt: „Wir schicken eine Armada, sehr schlagkräftig.“

          Nordkoreas Volksarmee nahm ihren Gründungstag ebenfalls zum Anlass, Stärke zu zeigen und den Ton zu verschärfen. Das südkoreanische Verteidigungsministerium bestätigte Medienberichte, wonach Nordkorea an der Ostküste nahe Wonsan umfangreiche Schießübungen mit Artilleriegeschützen abhielt. Bei einem „nationalen Treffen“ am Vorabend des Armee-Jubiläums warnte der nordkoreanische Streitkräfteminister Pak Yong-sik nach Berichten der Staatsmedien, dass Nordkorea auf militärische Aktionen der Vereinigten Staaten vorbereitet sei.

          Weitere Themen

          Hunderte Studenten buhen Lucke bei Vorlesung aus Video-Seite öffnen

          ZDF-Beitrag : Hunderte Studenten buhen Lucke bei Vorlesung aus

          Als der AfD-Gründer Bernd Lucke eine Vorlesung an der Uni Hamburg halten wollte, buhten ihn Studenten aus und verdeckten die Linse des Beamers. Eine Stunde hielt er es im Hörsaal aus, die Polizei schritt nicht ein.

          Topmeldungen

          Abkommen steht : Unerwarteter Durchbruch beim Brexit

          Die Unterhändler der EU und Großbritannien haben sich auf einen Brexit-Vertrag geeignet. Das bestätigten Jean-Claude Juncker und Boris Johnson auf Twitter. Ein Scheitern des Abkommens ist jedoch dennoch möglich.

          Bernd Lucke : Nazischweine und Gesinnungsterror

          Vom AStA kann man nicht viel erwarten. Aber die Hamburger Regierung und die Universität leisten sich in Sachen Bernd Lucke eine peinliche Vorstellung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.