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Nordkorea-Konflikt : Raketenabwehrsystem Thaad offenbar einsatzbereit

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Amerikanische Soldaten bauen Ende April die ersten Bestandteile der Raketenabwehr in Südkorea auf. Inzwischen ist Thaad offenbar einsatzbereit. Bild: AP

Die Vereinigten Staaten haben ein Raketenabwehrsystem Thaad in Südkorea aufgebaut. Es soll vor Angriffen aus Nordkorea schützen. Derweil hat Pjönjang die Bereitschaft signalisiert, jederzeit neue Atomtests vorzunehmen.

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          Das umstrittene amerikanische Raketenabwehrsystem Thaad in Südkorea ist amerikanischen Angaben zufolge schon einsatzbereit. Das teilten die amerikanischen Streitkräfte Korea (USFK) mit. Es habe die Leistungsfähigkeit, nordkoreanische Raketen abzufangen und Südkorea zu verteidigen, erklärte Sprecher Rob Manning am Montag. Durch das in der östlichen Provinz Nord-Gyeongsang installierte System soll Südkorea besser gegen die wachsende Bedrohung durch Nordkorea geschützt werden.

          Die Vereinigten Staaten hatten vergangene Woche ungeachtet der Kritik aus China und Russland mit dem Aufbau begonnen und Container mit Bauteilen geliefert. Beide Länder sehen ihre Sicherheitsinteressen durch Thaad bedroht. Darüber hinaus hatten Hunderte von Anwohnern und Mitglieder von Bürgergruppen gegen das System protestiert. Vor einer Woche noch hatte es südkoreanischen Angaben zufolge geheißen, Thaad solle bis Ende des Jahres einsatzbereit sein. Nach zwei Atomversuchen und zahlreichen Raketentests durch Nordkorea seit dem vergangenen Jahr ist die Lage in der Region sehr angespannt.

          Die Thaad-Raketen sollen feindliche Kurz- und Mittelstreckenraketen abfangen. Sie tragen keinen Sprengkopf, sondern zerstören die Rakete durch direkten Aufprall. Dies kann innerhalb wie oberhalb der Erdatmosphäre bis in 150 Kilometer Höhe geschehen. Thaad steht für „Terminal High Altitude Area Defense“.

          Nordkorea warnt vor Atomkrieg

          Nach Testflügen der amerikanischen Luftwaffe hat Nordkorea Amerika unterdessen vorgeworfen, einen Atomkrieg zu riskieren. Die Flüge zweier Bomber über die koreanische Halbinsel bedeuteten eine „rücksichtslose militärische Provokation“, kommentierte Nordkoreas Nachrichtenagentur KCNA am Dienstag. Dadurch gerate die Lage näher an den Rand eines Atomkriegs. Vorausgegangen waren Flüge zweier Bomber der US-Luftwaffe zu Schulungszwecken zusammen mit den südkoreanischen und japanischen Luftstreitkräften.

          Südkoreas Verteidigungsministerium erklärte, die Übungsflüge sollten Provokationen aus dem Norden verhindern. Die Regierung in Pjöngjang warf den Vereinigten Staaten dagegen vor, die Übungen seien abgehalten worden, um „den Abwurf einer Atombombe auf wichtige Ziele“ zu testen. Die nordkoreanische Führung hatte am Montag ihre Bereitschaft signalisiert, jederzeit neue Atomtests vorzunehmen.

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