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Nordkorea : Kim Jong-un ruft Landsleute aus China zurück

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Bravo, Diktator: Kim Jong-un inszeniert sich gnadenloser Herrscher Bild: dpa

Nach der Hinrichtung seines Onkels Jang Song-thaek hat Nordkoreas Diktator Kim Jong-un Berichten zufolge viele Geschäftsleute und Funktionäre aus China zurückgerufen. Experten befürchten weitere politische „Säuberungsaktionen“.

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          Das kommunistische Regime Nordkoreas hat nach Medienberichten in großer Zahl Geschäftsleute des eigenen Landes aus China zurückgerufen. Die Anweisung könne mit der Hinrichtung des Onkels von Machthaber Kim Jong-un, Jang Song-thaek, im Zusammenhang stehen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag unter Berufung auf Informanten in Shenyang im Nordosten Chinas.

          Betroffen seien Nordkoreaner, die von Shenyang und Dandong aus den Handel mit China betrieben und auch um Investitionen werben sollten. Viele von ihnen hätten China in aller Eile verlassen. Nordkoreas Regierung habe offenbar zudem vor, ihre Mitarbeiter aus China zurückzurufen. Beamte, die direkt mit Jang zu tun gehabt hätten, müssten befürchten, nicht mehr ins Ausland reisen zu dürfen.

          Öffentliche Demütigung im Gerichtssaal: Jang Song-thaek vor seiner Hinrichtung

          Jang hatte lange Zeit als zweitmächtigster Mann Nordkoreas gegolten. Mehrmals hatte er große Delegationen nach China geführt, um die wirtschaftlichen Beziehungen auszubauen. Nordkorea hatte am Freitag die Hinrichtung des 67-Jährigen bestätigt. Ein Militärtribunal habe ihn wegen eines Umsturzversuches zum Tode verurteilt, hatte es geheißen. Südkorea befürchtet eine große Instabilität im Nachbarland. Der etwa 30-jährige Kim Jong-un wolle durch eine politische Säuberung seine Macht stärken.

          Anfang einer größeren Säuberungsaktion?

          Experten befürchten, dass die Exekution von Kims Onkel nur der Anfang einer größer angelegten Säuberungsaktion sein könnte. Nach Ansicht des Wissenschaftlers Yang Mian vom Institut für internationale Beziehungen an der Pekinger Hochschule für Kommunikation, den „Spiegel online“ am Samstag zitierte, könnte eine „Serie von Säuberungen“ unter Funktionären bevorstehen, die Jang nahestanden.

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