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Geplante Denuklearisierung : Kim Jong-un will in Trumps Amtszeit abrüsten

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Geste der Zuversicht: Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un mit dem südkoreanischen Sicherheitsberater Chung Eui-yong bei ihrem Sonderungstreffen in Pjöngjang Bild: AFP

Im Juni vereinbarten Kim Jong-un und Donald Trump die Denuklearisierung Nordkoreas. Zwischenzeitlich zweifelte man an den Versprechen des Regimes. Doch nun nennt Kim einen konkreten zeitlichen Rahmen für die Abrüstung.

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          Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat südkoreanischen Angaben zufolge seinen Willen bekundet, noch in der laufenden Amtszeit Donald Trumps die Feindschaft zwischen Nordkorea und Amerika zu überwinden. Bei einem Treffen mit südkoreanischen Gesandten in Pjöngjang habe er gesagt, „dass eine Denuklearisierung parallel zu einer Verbesserung der Beziehungen zwischen dem Norden und Amerika erreicht werden kann“, sagte der südkoreanische Sicherheitsberater Chung Eui-yong am Donnerstag in Seoul. Die Amtszeit Trumps läuft noch bis Anfang 2021.

          Die zeitliche Bindung an die Präsidentschaft ist nicht nur ein persönliches Angebot an Trump. Damit greift Kim auch Aussagen von Außenminister Mike Pompeo auf, der im Juni in Seoul gesagt hatte, er erwarte, dass Nordkorea die wichtigsten Schritte zur Abrüstung bis 2020 gehen werde.

          Chung sagte weiter, Nordkoreas Machthaber habe ihm eine Botschaft für die amerikanische Regierung übermittelt. Diese habe er, Chung, in einem Telefonat mit Sicherheitsberater John Bolton weitergegeben. Seinen Angaben zufolge zeigte sich Kim Jong-un bei dem Treffen in Pjöngjang frustriert darüber, dass seine Bereitschaft zur nuklearen Abrüstung international in Zweifel gezogen werde.

          Kim hatte im Juni bei dem Treffen mit Trump einer „Denuklearisierung“ seines Landes zugestimmt. Die amerikanische Regierung hatte sich zuletzt zunehmend unzufrieden mit Nordkorea gezeigt. Ende August ließ Trump eine geplante Reise seines Außenministers Pompeo nach Pjöngjang platzen. Die Absage begründete er damit, dass es „keine ausreichenden Fortschritte bei der Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel“ gebe.

          Kim gab nun bei dem Vorgespräch mit der südkoreanischen Delegation abermals ein Bekenntnis zur nuklearen Abrüstung ab. Dabei nutzte er allerdings wieder eine vage Formulierung. Es sei sein fester Wille, „die koreanische Halbinsel vollständig von der Gefahr eines bewaffneten Konflikts und dem Schrecken des Krieges zu befreien und sie in eine Wiege des Friedens ohne Atomwaffen und frei von nuklearer Bedrohung zu verwandeln“, sagte Kim laut einer Meldung der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. In zwei Wochen wollen sich der nordkoreanische Machthaber und Südkoreas Präsident Moon Jae zu einem weiteren Gipfeltreffen in Pjöngjang treffen, um die nächsten Schritte auf dem Weg zur vollständigen nuklearen Abrüstung Nordkoreas zu besprechen.

          Donald Trump hat indes seine Zuversicht bekundet, den Konflikt mit Nordkorea beilegen zu können. Trump brüstete sich auf Twitter damit, dass Kim „unerschütterlichen Glauben“ an ihn habe. „Danke an den Vorsitzenden Kim. Wir bekommen das zusammen hin“, schrieb er. Sein Außenminister Mike Pompeo zeigte sich dahingegen nach wie vor skeptisch. Er sieht noch „enorm viel Arbeit“ auf dem Weg zur atomaren Abrüstung Nordkoreas. Es habe zwar keine Atomwaffen- oder Raketentests gegeben, aber die Arbeit am „strategischen Wandel“ dauere an, betonte Pompeo während eines Besuchs in Neu Delhi.

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