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Nordkorea : Kim Jong-un bezeichnet Raketentests als „Warnung“ an Südkorea

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Passanten am Hauptbahnhof Seoul, Südkorea schauen Fernsehnachrichten über Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un. Bild: AP

Die jüngsten Waffentests Nordkoreas hatten Zweifel an den atomaren Abrüstungsgesprächen mit den Vereinigten Staaten geweckt. Nun rechtfertigt Machthaber Kim Jong-un den Start der zwei Kurzstreckenraketen.

          Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat die jüngsten Raketentests seines Landes als Warnung an Südkorea bezeichnet. Man habe keine andere Wahl, als „unablässig übermächtige Waffensysteme“ zu entwickeln, um den „potentiellen und direkten Bedrohungen“ aus dem Süden zu begegnen, zitierte ihn die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag. Die Regierung in Seoul rede zwar vom Frieden, gleichzeitig importiere sie jedoch neue Waffen und halte Militärübungen ab.

          Nordkorea hatte nach Angaben des südkoreanischen Militärs am Donnerstag zwei Kurzstreckenraketen getestet. Dies hatte Zweifel an den geplanten Atomgesprächen zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea geweckt. Amerikas Außenminister Mike Pompeo sagte am Freitag dem Sender Fox News, viele Staaten versuchten Eindruck zu schinden, bevor sie sich an den Verhandlungstisch setzten.

          UN-Resolutionen verbieten Nordkorea – das mehrfach Atombomben getestet hat – die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Solche Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

          Nach den Angaben des südkoreanischen Militärs flog eine Rakete in einer Höhe von 50 Kilometern etwa 430 Kilometer, die zweite 690 Kilometer weit. Beide Raketen seien ins Japanische Meer gestürzt. Als Kurzstreckenraketen gelten Raketen unterhalb einer Reichweite von 1000 Kilometern.

          Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un und Präsident Donald Trump hatten Ende Juni bei einem kurzen Treffen im Grenzort Panmunjom auf der koreanischen Halbinsel Arbeitsgespräche zur atomaren Abrüstung in der Region vereinbart. Nach ihrem gescheiterten Gipfeltreffen im Februar in Vietnam weckte das Treffen neue Hoffnung auf Fortschritte in den festgefahrenen Verhandlungen über das Atomprogramm Nordkoreas.

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