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Nordkorea : Gespräche über Atomprogramm bleiben ausgesetzt

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Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton mit den Außenministern Südkoreas, Kim Sung-hwan (rechts) und Japans, Seiji Maehara Bild: dpa

Die Vereinigten Staaten, Südkorea und Japan wollen die Sechser-Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm solange nicht wieder aufnehmen, bis Nordkorea sein provozierendes Verhalten eingestellt hat. Damit stellen sie sich gegen Chinas Vermittlungsvorschlag.

          Zuerst müsse Nordkorea sein provozierendes und aggressives Verhalten einstellen und konkrete Schritte zur Aufgabe seines Atomprogrammes einleiten, sagte die amerikanische Außenminister Clinton nach einem Treffen mit ihren Amtskollegen Maehara und Kim Sung-hwan in Washington.

          Die drei Außenminister zeigten sich einig in der Einschätzung, dass die Schuld für den Beschuss der südkoreanischen Insel Yeonpyeong durch Nordkorea vor zwei Wochen allein bei Nordkorea liege. Nordkorea hat behauptet, dass Südkorea zuerst geschossen habe. Außenministerin Clinton appellierte an China, mehr Druck auf Nordkorea auszuüben. Nach dem Beschuss der südkoreanischen Insel Yeongpyeong vor zwei Wochen hatte China ein Krisengespräch im Rahmen der Sechser-Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm vorgeschlagen.

          Die Sechser-Gespräche, an denen außer Nord- und Südkorea auch die Vereinigten Staaten, Japan, Russland und China teilnehmen, sind seit dem Jahr 2008 ausgesetzt, weil Nordkorea sich aus ihnen zurückgezogen hat. China hat den nordkoreanischen Angriff auf die südkoreanische Insel nicht verurteilt. Der chinesische Parteichef Hu Jintao hat in einem Telefongespräch mit Präsident Obama lediglich sein Bedauern über die Todesopfer ausgedrückt und davor gewarnt, dass die Lage auf der koreanischen Halbinsel weiter eskalieren oder sogar außer Kontrolle geraten könnte. Der südkoreanische Präsident Lee Myung-bak hat am Dienstag angekündigt, dass die westlichen Inseln Südkoreas, die nahe an der Seegrenze zu Nordkorea liegen, zu „Festungen“ ausgebaut werden sollen.

          Südkorea soll im Fall eines Angriffs hart zurückschlagen

          Der neue südkoreanische Verteidigungsminister befahl der Militärführung, im Fall eines Angriffs aus dem Norden hart zurückzuschlagen, bis die Bedrohung eliminiert sei. Die Kommandeure dürften in einem solchen Fall erst handeln und dann berichten, zitierte die südkoreanische Nachrichtenangentur Yonhap den Minister. Der amerikanische Generalstabschef Mullen wird an diesem Mittwoch zu Gesprächen mit der südkoreanischen Militärführung und dem Verteidigungsminister in Seoul erwartet.

          Die südkoreanische Menschenrechtskommission empfahl der Regierung in Seoul am Dienstag, die Lautsprecherbeschallung mit Kritik an Nordkorea und Informationen über Südkorea an der innerkoreanischen Grenze wieder aufzunehmen. Nordkorea hat bislang auf solche Übertragung höchst aufgeregt reagiert und angedroht, es werde die Lautsprecher beschießen.

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