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Drohung an Washington : Für Nordkorea ist Amerika nicht mehr sicher

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Nordkorea lehnt Gesprächsangebot ab

Zuvor lehnte Pjöngjang bei einem der seltenen Treffen der Außenminister von Nord- und Südkorea einem Agenturbericht zufolge ein Gesprächsangebot Seouls ab. Die südkoreanische Chefdiplomatin Kang Kyung Wha kam am Sonntag mit ihrem nordkoreanischen Kollegen Ri Hong Yo zusammen, wie die Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf einen Vertreter des Außenamts in Seoul meldete.

Wirtschaftlicher Druck : UN-Sicherheitsrat verschärft Sanktionen gegen Nordkorea

Kang habe den nordkoreanischen Außenminister aufgefordert, das Angebot zur Aufnahme von Militärgesprächen anzunehmen. Doch habe Ri dies zurückgewiesen. Zur Begründung habe er gesagt, angesichts der Zusammenarbeit des Südens mit den Vereinigten Staaten gegen Nordkorea sei ein solcher Vorschlag „unaufrichtig“.

Es war das erste Mal seit dem Amtsantritt von Südkoreas neuem Staatschef Moon Jae-in im Mai, dass sich zwei Regierungsvertreter der beiden Koreas auf Kabinettsebene trafen. Das Treffen fand einen Tag nach dem Votum des UN-Sicherheitsrats zur drastischen Verschärfung der Handelssanktionen gegen Nordkorea statt.

Bild: F.A.Z.

Zuvor hatte das Weiße Haus nach einem Telefonat des amerikanischen Präsidenten Donald Trump und Moon Jae-in erklärt, die beiden Staatschefs sähen in Nordkorea eine „direkte, ernste und wachsende“ Bedrohung. Dies gelte auch für Japan und die meisten anderen Länder der Welt, hieß es in der Mitteilung am Sonntag (Ortszeit) in Washington.

Trump ist „sehr zufrieden und beeindruckt“

Zugleich mahnte Moon in dem Telefonat, es müsse eine „friedliche und diplomatische Lösung“ gefunden werden. Der Süden könne es nicht zulassen, dass „ein weiterer Krieg ausbricht“, sagte er laut einer Erklärung des Präsidentenbüros in Seoul in Bezug auf den Korea-Krieg 1953.

Trump begrüßte das Votum des Sicherheitsrats. Er sei „sehr zufrieden und beeindruckt“ von der einstimmigen Entscheidung zu den Sanktionen, schrieb Trump am Sonntag (Ortszeit) in einer Twitter-Nachricht.

Im Atomstreit mit Nordkorea hatte zuvor der wichtigste Verbündete Pjöngjangs den Druck erhöht: China stimmte im UN-Sicherheitsrat der Verschärfung von Sanktionen gegen Nordkorea zu und forderte das Land am Sonntag indirekt auf, seine Atom- und Raketentests zu stoppen.

China für Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche

Chinas Außenminister Wang Yi sprach sich zudem für eine Wiederaufnahme der Sechser-Gespräche über das nordkoreanische Atomprogramm aus. Die Gespräche, für die China die Vereinigten Staaten, Russland, Japan sowie Nord- und Südkorea an einen Tisch holte, liegen seit Jahren auf Eis.

Durch die Sanktionen sollen der Regierung in Pjöngjang rund eine Milliarde Dollar (rund 843 Millionen Euro) an Einnahmen aus Exporten entzogen werden, das entspricht einem Drittel der Summe aller Ausfuhren aus Nordkorea. Der Exportbann betrifft Kohle, Stahl und Eisen, Blei, Fisch und Meeresfrüchte.

Die Vereinigten Staaten hatten begonnen, mit Peking über neue Sanktionen zu verhandeln, nachdem Nordkorea am 4. Juli erstmals eine Interkontinentalrakete getestet hatte. Ein zweiter Test am 28. Juli nährte die Befürchtungen, Nordkorea treibe die Entwicklung einer Rakete voran, die amerikanisches Festland erreichen würde.

Nordkorea hat seit 2006 Land fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon zwei im vergangenen Jahr. Trotz bereits bestehender umfassender Sanktionen treibt das Land seit Jahren sein Atomwaffenprogramm voran.

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