https://www.faz.net/-gpf-9u07g

Streit um Atomprogramm : Nordkorea droht Amerika

  • Aktualisiert am

Zwei Südkoreaner schauen sich im Oktober in Seoul Nachrichten über einen nordkoreanischen Raketenstart an. Bild: dpa

Nordkorea habe es nicht mehr nötig, zu „verbergen, was es von nun an tun wird“, heißt es aus dem Außenministerium des Landes. Amerika müsse wählen, was für ein Weihnachtsgeschenk es haben wolle.

          1 Min.

          Im Streit um sein Atomwaffenprogramm hat Nordkorea verdeckte Warnungen in Richtung der Vereinigten Staaten ausgestoßen. In Anspielung auf eine von Nordkorea selbst gesetzte Frist bis zum Jahresende erklärte das Außenministerium in Pjöngjang am Dienstag, es sei „ganz den Vereinigten Staaten überlassen, zu wählen, welches Weihnachtsgeschenk sie erhalten“. Nordkorea habe es nicht mehr nötig, „zu verbergen, was es von nun an tun wird“, wurde der für Vereinigten Staaten zuständige Vizeaußenminister Ri Thae-song zitiert. Konkreter wurde Ri nicht.

          Nordkorea-Fachleute und Medien in Südkorea sehen hinter der Erklärung die Drohung, dass Nordkorea sein Moratorium für Atomversuche sowie den Test von Langstreckenraketen aufheben könnte. Fachmann Ankit Panda schrieb auf Twitter, Ris Äußerungen könnten „Vorbereitungen für Aktivitäten nach dem Neujahr andeuten, die leicht von Satelliten beobachtet werden können, zum Beispiel die Vorbereitung eines Satellitenstarts in Sohae“.

          Nordkorea Vizeaußenminister unterstellte den Vereinigten Staaten, mit ihrem Wunsch für einen Dialog tricksen zu wollen. Die amerikanische Regierung wolle Nordkorea hinhalten und den Dialog für eigene politische Interessen nutzen.

          Die Führung in Nordkorea hatte zuletzt in mehreren Erklärungen deutlich gemacht, an neuen Atomgesprächen mit den Vereinigten Staaten nicht interessiert zu sein, solange Washington keine neue Vorschläge mache. Pjöngjang setzte eine Frist dafür bis zum Ende des Jahres.

          Die Verhandlungen sind seit dem gescheiterten Gipfeltreffen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un im Februar in Vietnam nicht mehr vorangekommen. Beide Seiten konnten sich nicht über den Abbau der nordkoreanischen Atomwaffen einigen.

          Weitere Themen

          Kein Pass für Muslime

          Proteste in Indien : Kein Pass für Muslime

          Ein neues Gesetz zur Staatsbürgerschaft bringt Indiens Regierung in Bedrängnis. Für viele wird die Einbürgerung leichter, nur für die Muslime nicht. Kritiker werfen Neu-Delhi religiöse Diskriminierung vor.

          Das Parlament meldet sich zu Wort

          5G-Ausbau : Das Parlament meldet sich zu Wort

          Im Bundestag präsentieren die Fraktionen eigene Positionen zur Beteiligung Huaweis am 5G-Ausbau und geben sich strenger als die Bundesregierung. Die will allerdings kaum einen Dissens erkennen.

          Topmeldungen

          Die draußen gegen die drinnen: Aktivisten demonstrieren am Mittwoch vor den Türen der Messehalle in Madrid.

          Klimagipfel in Madrid : Aufbruch im Mäuseschritt

          Beim Klimagipfel in Madrid trifft Protest auf Politik, ehrgeizig wollen alle sein. Doch im Inneren der Messehalle sind selbst kleine Kompromisse mühsam – vielversprechend klingt nur der „Green Deal.“
          Christine Lagarde auf der Pressekonferenz in Frankfurt

          EZB-Präsidentin Lagarde : Zinsentscheid mit einem Lächeln

          Die neue Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, stellt sich erstmals nach einer Ratssitzung der Presse. Den Zinssatz lässt sie unverändert, doch ihr Stil unterscheidet sich deutlich von dem ihres Vorgängers Draghi.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.