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Krisenherd Korea : Sicherheitsberater: Trump wird sich nicht zurückhalten

  • Aktualisiert am

Ist wieder aktiv auf Twitter: Donald Trump. Bild: Reuters

Kurz von der Reise von Donald Trump nach Asien überfliegen amerikanische Bomber die koreanische Halbinsel. Zudem erwägt die Regierung, Nordkorea wieder auf ihre Liste von Terror-Unterstützerstaaten zu nehmen.

          Inmitten der Spannungen mit Nordkorea haben die Vereinigten Staaten mit Südkorea und Japan eine gemeinsame Luftwaffenübung abgehalten. Amerikanische Bomber vom Typ B-1B überflogen am Donnerstag Südkorea, wie die amerikanische Luftwaffe mitteilte. Die Flüge der überschallschnellen, strategischen Langstreckenbomber erzürnen Pjöngjang regelmäßig. Nordkorea betrachtet die Übungsflüge als Drohung.

          Zwei der amerikanischen Bomber starteten am Donnerstag vom Luftwaffenstützpunkt auf Guam, in der Luft stießen japanische Kampfjets hinzu. Über dem Gelben Meer schlossen sich ihnen dann japanische Kampfflugzeuge an, wie die Luftwaffe erklärte. Die Übung sei Teil einer Mission „ständiger Bomberpräsenz“ im Pazifik und keine Reaktion auf ein aktuelles Ereignis gewesen, hieß es weiter.

          Zudem erwägt die Regierung in Washington, Nordkorea wieder auf ihre Liste von Terror-Unterstützerstaaten zu nehmen. Dies könne Teil der amerikanischen Strategie sein, das Raketen- und Atomprogramm des kommunistisch regierten Landes zu bekämpfen, sagte der nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster in Washington. Die Koreakrise wird ein Schwerpunkt der ersten Asienreise des amerikanischen Präsidenten sein. Er bricht am Freitag auf.

          Nordkorea stand zwei Jahrzehnte lang auf der amerikanischen Terrorliste. 2008 wurde es im Zuge der Atomverhandlungen von der Regierung unter George W. Bush gestrichen. Auf der Liste stehen derzeit noch Iran, Sudan, Syrien und Kuba. Das hat für diese Länder zur Folge, dass amerikanische Entwicklungshilfe, Rüstungsexporte und bestimmte finanzielle Transaktionen beschränkt werden.

          McMaster sagte, Trump werde sich auf der Reise nach Japan, China und Südkorea kaum verbal zurückhalten, auch wenn Nordkorea dann sehr nahe sei. Der Präsident werde in Asien ganz genau die Sprache verwenden, die er eben verwenden wolle. „Ich glaube nicht, dass der Präsident seine Rhetorik wirklich abmildert“, sagte McMaster. Trump hatte unter anderem Nordkoreas Anführer Kim Jong-un als „Little Rocket Man“ verunglimpft und das Land mit „Feuer und Zorn“ zu überziehen gedroht.

          Die Spannungen zwischen Washington und Pjöngjang hatten sich in den vergangenen Monaten massiv verschärft. Nordkorea hatte Anfang September seinen sechsten und bisher gewaltigsten Atomwaffentest vorgenommen. Nach eigenen Angaben testete das Land eine Wasserstoffbombe. Zudem hatte Pjöngjang in den vergangenen Wochen mehrfach Mittelstreckenraketen getestet. In zwei Fällen feuerte Pjöngjang Raketen über Japan hinweg in den Pazifik.

          Archivbild, Oktober 2017: Amerikanische B-1B-Bomber flankiert von zwei südkoreanischen Jets über Seoul.

          Bei seinem ersten Auftritt vor den Vereinten Nationen Ende September hatte Amerikas Präsident Donald Trump Nordkorea mit „vollständiger Zerstörung“ gedroht. Die nordkoreanischen Staatsmedien bezeichneten diese Aussage als „Kriegserklärung“. Zuletzt betonten Außenminister Rex Tillerson und Verteidigungsminister James Mattis jedoch mehrfach, die Vereinigten Staaten wollten eine diplomatische Lösung. Trump beginnt am Freitag eine Asienreise, die ihn auch nach Südkorea führen wird.

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