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Konflikt mit Nordkorea : Gezielte Eskalation

  • -Aktualisiert am

Hält Japan und andere Pazifikstaaten in Atem: Nordkoreas Oberhaupt Kim Jong-Un Bild: Getty

Nach dem Flug einer Rakete über Japan, ist die Eskalationsgefahr im Nordkorea-Konflikt wieder gestiegen. Aussichten darauf, das Problem friedlich zu lösen, gibt es kaum.

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          Alles, was Nordkorea außen- und militärpolitisch zurzeit macht, zielt auf die Vereinigten Staaten. Und man muss leider sagen, dass der nordkoreanische Staatsführer das ziemlich geschickt anstellt. Die empörten Reaktionen auf den jüngsten Raketentest konnte Kim Jong-un vorhersehen. Sie werden ihn wenig beeindrucken, führen sie doch nur zu der Erkenntnis, dass selbst die größte Militärmacht der Erde gegen Nordkorea unterhalb eines Militärschlags nichts ausrichten kann. Trotzdem gäbe es weitere Sanktionen, die man ergreifen könnte. Wenn zum Beispiel niemand im Ausland mehr nordkoreanische Arbeiter beschäftigte, träfe dies eine wichtige Devisenquelle des Regimes.

          Der Raketentest vom Dienstag ist die gezielte Eskalation eines Konflikts, der sich zu entspannen schien. Nach innen demonstriert Kim Jong-un Stärke, der Außenwelt signalisiert er Unnachgiebigkeit. Die Art und Richtung des Raketentests zeigt andererseits, dass er es nicht zum Äußersten kommen lassen will. Immerhin hatte Donald Trump gesagt, bei einer Bedrohung amerikanischen Territoriums werde es eine deutliche Antwort geben. Wahrscheinlich deshalb flog das Geschoss nicht in Richtung Süden, wo Guam liegt, sondern nach Osten. Dies hat aus nordkoreanischer Perspektive den willkommenen Effekt, Amerikas Verbündeten Japan in Angst und Schrecken zu versetzen.

          Amerika und Japan haben ihre Entschlossenheit bekundet, den Druck auf Nordkorea zu erhöhen. Was das bedeuten könnte, haben sie nicht verraten. China verlangt wie üblich eine Rückkehr zu Verhandlungen. Peking verrät aber nicht, worüber man mit Nordkorea verhandeln sollte. Kim Jong-un will unter keinen Umständen seine Atomwaffen aufgeben. Das aber ist, so heißt es, das Ziel, das der Rest der Welt verfolge.

          Am wahrscheinlichsten sind deshalb vielleicht Verhandlungen über Nordkorea. Da gäbe es schon Möglichkeiten. Zum Beispiel sind, auch wenn das niemand öffentlich sagt, Südkorea und China aus unterschiedlichen Gründen nicht sonderlich erpicht auf eine Wiedervereinigung Koreas. Wenn Amerika und seine Verbündeten Peking freie Hand in Nordkorea ließen, wäre das Atomproblem womöglich bald gelöst. Allerdings vermutlich um den Preis eines Regimewechsels nach chinesischem Gusto. Aber auch da bestünde das Risiko einer militärischen Eskalation. Alles keine schönen Aussichten.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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