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Nordkorea : Der frustrierte Diktator

Beim Treffen von Kim Jong-un und Donald Trump im Juni in Singapur hoffte die Welt auf eine schnelle Abrüstung Nordkoreas. Doch inzwischen macht sich auf beiden Seiten Frust breit. Bild: dpa

Bei einem Treffen mit südkoreanischen Emissären zeigt sich der nordkoreanische Machthaber enttäuscht über Amerika. Zugleich signalisiert er Gesprächsbereitschaft.

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          Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat bei einem Treffen mit einer ranghohen südkoreanischen Delegation in Pjöngjang abermals ein Bekenntnis zu einer Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel abgegeben. Dabei nutzte er allerdings wieder eine vage Formulierung, die viele Fragen offenließ. Es sei sein fester Wille, „die koreanische Halbinsel vollständig von der Gefahr eines bewaffneten Konflikts und dem Schrecken des Krieges zu befreien und sie in eine Wiege des Friedens ohne Atomwaffen und frei von nuklearer Bedrohung zu verwandeln“, sagte Kim, wie die staatliche  Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag meldete.

          Friederike Böge

          Politische Korrespondentin für Ostasien.

          Die „nukleare Bedrohung“ bezieht sich mutmaßlich auf amerikanische Militärkapazitäten, die gegen Nordkorea eingesetzt werden können. Schon in der Vergangenheit hat Pjöngjang die Ansicht vertreten, dass eine Abrüstung des nordkoreanischen Atomwaffenarsenals nur synchron mit amerikanischen Sicherheitsgarantien denkbar sei.

          Unter anderem fordert Nordkorea eine Erklärung zur Beendigung des Koreakrieges (1950-1953), der offiziell durch einen Waffenstillstand lediglich eingefroren wurde. Das Außenministerium in Pjöngjang bekräftigte am Mittwoch, die Erklärung müsse der erste vertrauensbildende Schritt sein.

          Nach Angaben der südkoreanischen Delegation sagte Kim nun, eine solche Erklärung habe nichts mit den amerikanischen Truppen in Südkorea zu tun. Auf amerikanischer Seite gibt es die Sorge, dass deren Präsenz durch ein offizielles Kriegsende infrage gestellt werden würde.

          Frust in Pjöngjang

          Kim habe sich bei dem Treffen am Mittwoch frustriert darüber gezeigt, dass die Welt seine Gesten des guten Willens nicht anerkenne, erklärte ein Vertreter der südkoreanischen Delegation am Donnerstag in Seoul. Der Machthaber habe bekräftigt, mit Amerika zusammenarbeiten zu wollen.

          Bei dem Treffen in Pjöngjang wurde zudem ein Termin für ein drittes Gipfeltreffen zwischen Kim Jong-un und Südkoreas Präsident Moon Jae-in vereinbart. Moon werde am 18. September in die nordkoreanische Hauptstadt reisen und am 20. September zurückkehren, teilte die südkoreanische Delegation mit. Südkorea verbindet mit dem Treffen die Hoffnung, Bewegung in die festgefahrenen Verhandlungen zwischen Amerika und Nordkorea zu bringen. Donald Trump hatte vor zwei Wochen die geplante Nordkorea-Reise seines Außenministers Mike Pompeo abgesagt.

          Kim bat die südkoreanische Delegation am Mittwoch, eine Botschaft von ihm an Amerika zu übermitteln. Angeführt wurde die Delegation vom Nationalen Sicherheitsberater Chung Eui-yong, der schon im März eine Mitteilung Kims an Trump überbracht hatte und anschließend im Weißen Haus das Gipfeltreffen des amerikanischen Präsidenten mit dem nordkoreanischen Machthaber angekündigt hatte. Seither zeichnet sich ein Muster in der Kommunikationsstrategie Pjöngjangs ab, in dem Kim sich in Gesprächen mit Südkoreas Emissären konzilianter zeigt als gegenüber Washington.

          Beide Seiten vereinbarten am Mittwoch zudem, dass noch vor dem Gipfeltreffen Kims und Moons ein Verbindungsbüro eingerichtet werden soll. In Washington wird dies kritisch gesehen.

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