https://www.faz.net/-gpf-8z372

Amerikanischer Student : Nordkorea streitet Misshandlung von Otto Warmbier ab

  • Aktualisiert am

Otto Warmbier wird von zwei nordkoreanischen Polizisten in einem Gericht in Pjöngjang abgeführt. Bild: dpa

Das Regime in Pjöngjang nennt den Tod Otto Warmbiers „ein Rätsel“ und macht Amerikas ehemaligen Präsidenten Barack Obama für seine lange Haft mitverantwortlich.

          Nordkorea hat den Vorwurf, mit Misshandlung und Folterden Tod des aus der Haft entlassenen amerikanischen Studenten Otto Warmbier verursacht zu haben, zurückgewiesen. Alle zuständigen Behörden behandelten „alle Kriminellen“ in „vollständiger Übereinstimmung mit örtlichen Gesetzen und internationalen Standards“, sagte ein Sprecher des Nationalen Rates für Aussöhnung laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA am Freitag. Dies gelte auch für Warmbier. Warum der 22-Jährige plötzlich und innerhalb einer Woche nach seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten verstorben sei, „ist uns auch ein Rätsel“, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Freitag einen Sprecher des Außenministeriums. Warmbier sei „ein Opfer der Politik der strategischen Geduld“ des ehemaligen Präsidenten Barack Obama: Dessen Regierung habe nie die Freilassung des Studenten beantragt.

          Warmbier war 2016 während einer Nordkorea-Reise festgenommen worden und zu 15 Jahren Schwerstarbeit verurteilt, weil er versucht haben soll, ein Propaganda-Banner in einem Hotel zu stehlen. Zum Zeitpunkt seiner Entlassung nach 17 Monaten lag er mit schweren Hirnschäden im Koma. Die Regierung in Pjöngjang erklärte, dieses sei aufgetreten, nachdem er an einer Nahrungsmittelvergiftung erkrankt sei und eine Schlaftablette erhalten habe. Warmbiers Familie warf dem Land dagegen eine „schreckliche und qualvolle Misshandlung“ ihres Sohnes vor. Die genaue Todesursache ist unklar. Die behandelnden amerikanischen Ärzte haben keine Details veröffentlicht, die Familie lehnt eine Obduktion ab.

          Spannung zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten wachsen

          Der Tod Warmbiers hatte die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea zuletzt weiter verschärft. Sie waren schon zuvor wegen des umstrittenen nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm äußerst angespannt.Trump hatte wiederholt gewarnt, die Vereinigten Staaten würden notfalls im Alleingang militärisch gegen Nordkorea vorgehen, um dasProgramm zu stoppen. Nach dem Tod des Studenten verurteilte Trump das „brutale
          Regime“ in Pjöngjang und erklärte, er sei entschlossen, künftig „derartige Tragödien zu verhindern“. Nordkorea seinerseits bezeichnete den amerikanischen Präsidenten als „Psychopathen“.

          Weitere Themen

          Das Dilemma der Theresa May

          Nur schlechte Optionen : Das Dilemma der Theresa May

          Nach dem gewonnenen Misstrauensvotum bleiben der britischen Premierministerin zwei Wege: Der eine erscheint aussichtslos, der andere wäre ein Bruch mit ihrer bisherigen Politik.

          Deutschland auf ungeordneten Brexit vorbereitet Video-Seite öffnen

          Merkel bleibt zuversichtlich : Deutschland auf ungeordneten Brexit vorbereitet

          Es sei nun Sache der Regierung in London zu sagen, wie es weitergehe, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Allerdings habe die Bundesregierung auch eine Lösung, für den Fall, dass es keinen Einigungsvertrag zwischen der EU und Großbritannien gäbe.

          Topmeldungen

          Es bleibt ein Rätsel, woher May die politische Kraft nehmen will, das Land wieder zu befrieden.

          May nach dem Misstrauensvotum : Das kleinste Übel

          Theresa May ist unfähig, eine – zugegeben – schwierige Situation zu meistern. Aber ihr steht keine organisierte und regierungsfähige Opposition gegenüber. So darf die Premierministerin also weitermachen. Ein Kommentar.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.