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Nordkorea baut Atomanlagen ab : Südkorea besteht auf Verifizierung

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Zeichen der Zerstörung?: Ein Satellitenbild des Raketentestgeländes im nordkoreanischen Sohae Bild: AP

Nordkorea unternehme „bedeutungsvolle Schritte“, doch müsse alles überprüft werden, sagt der südkoreanische Außenminister. Auch der amerikanische Außenamtschef ist vorsichtiger als sein Präsident.

          Südkoreas Außenministerin Kang Kyung-wha hat eine Überprüfung der jüngsten Schritte Nordkoreas in Richtung eines Abbaus seines Raketen- und Atomprogramms gefordert. Kang begrüßte es am Donnerstag in Seoul, dass das Nachbarland im Mai das Atomtestgelände in Punggye-ri geschlossen habe. Auch verstehe Südkorea es so, dass Nordkorea seine Raketenstartanlage in Sohae an der Westküste abbaue. „Nordkorea unternimmt bedeutungsvolle Schritte, doch jeder Schritt muss verifiziert werden“, betonte Kang bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem deutschen Amtskollegen Heiko Maas. Der Außenminister der Vereinigten Staaten Mike Pompeo sieht in dem asiatischen Land jedoch weiterhin die größte Bedrohung für Amerikas Sicherheit

          Kang bekräftige die Position Südkoreas und seines Verbündeten Vereinigte Staaten, dass die internationalen Sanktionen gegen die Regierung in Pjöngjang beibehalten werden sollten, bis eine „komplette Denuklearisierung“ Nordkoreas erreicht worden sei.

          Anfang dieser Woche hatten amerikanische Fachleute auf der Grundlage von Satellitenbildern berichtet, dass Nordkorea mit dem Abbau wichtiger Teile seiner Raketenstartanlage Sohae begonnen habe. Die Nachrichtenseite „38 North“ des US-Korea-Instituts wertete dies als Hinweis dafür, dass Machthaber Kim Jong-un erste Schritte zur Umsetzung des vor sechs Wochen in Singapur erzielten Gipfelabkommens mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump eingeleitet habe.

          Als positives Ergebnis der Annäherungsgespräche mit Nordkorea nannte es Kang, dass es keine weiteren „Provokationen“ von nordkoreanischer Seite gebe. Zuletzt hatte auch Trump betont, dass Nordkorea seit neun Monaten keine Rakete mehr abgefeuert und auch keine Atomtests mehr durchgeführt habe. „Ganz Asien sei glücklich“, hatte er am Montag auf Twitter geschrieben.

          Nach Angaben des amerikanischen Außenministers Mike Pompeo stellt Nordkorea jedoch weiterhin Atommaterial her. „Ja, sie stellen weiterhin Spaltmaterial her“, sagte Pompeo am Mittwoch bei einer Anhörung im Senat. Auf die Frage, ob Nordkorea auch sein Atomprogramm noch vorantreibe, sagte Pompeo, dies wolle er „in einem anderen Rahmen“ beantworten. Er bezog sich damit auf ein Treffen mit Senatoren hinter verschlossenen Türen.

          Er halte Nordkorea nach wie vor für die dringlichste Bedrohung für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten, sagte Pompeo. Donald Trump hatte nach seinem Gipfeltreffen mit Kim Jong-un verkündet, es gebe „keine nukleare Bedrohung durch Nordkorea mehr“. Pompeo sagte am Mittwoch, Trump habe vermutlich sagen wollen, dass die Spannungen deutlich reduziert worden seien.

          Zuvor hatte Pompeo bei der Anhörung versichert, dass seine Regierung keine „endlose Verschleppung“ in den Gesprächen mit Nordkorea über die atomare Abrüstung hinnehmen werde. Die laufenden Gespräche mit Pjöngjang bezeichnete er jedoch als „produktiv“. Es gebe „Fortschritte“.

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