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Raketentest in Nordkorea : Australien erwägt Aufrüstung der Marine

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Die neuen Air Warfare Destroyer der australischen Marine können noch aufgerüstet werden. Bild: EPA

Die Wahrscheinlichkeit, dass Australien von nordkoreanischen Raketen getroffen werde, sei gering, sagt Außenministerin Bishop. Die Regierung sei dennoch tief besorgt.

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          Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas erwägt Australien die Aufrüstung seiner Marine. In Auftrag gegebene Zerstörer könnten mit zusätzlichen Fähigkeiten zur Raketenabwehr ausgestattet werden, um auf das „sehr unkorrekte Verhalten“ Nordkoreas zu reagieren, sagte Verteidigungsminister Christopher Pyne am Mittwoch in Adelaide. Einer der drei neuen Zerstörer ist bereits gebaut, zwei weitere sollen 2018 fertiggestellt werden. Die Schiffe sind Teil eines 1,3 Milliarden Dollar (rund 860 000 Millionen Euro) teuren Verteidigungsprogramms.

          Nach Angaben von Außenministerin Julie Bishop ist das Risiko, dass Australien von nordkoreanischen Raketen getroffen werden könnte, gering. Die Regierung sei dennoch tief besorgt über das „sehr provokative“ Handeln Nordkoreas, sagte Bishop dem Sender Sky News.

          Eine militärische Lösung des Konflikts bleibe eine Option, sagte Bishop weiter. Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson habe ihr aber versichert, dass sämtliche politische und wirtschaftliche Lösungen ausgeschöpft sein müssten, bevor andere Maßnahmen unternommen würden. Es brauche Zeit, bis die jüngsten von den Vereinten Nationen verhängten Sanktionen gegen Nordkorea Wirkung zeigten.

          UN-Sicherheitsrat einer Meinung

          In der Nacht hatte der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen den jüngsten Raketentest Nordkoreas am Dienstagabend einstimmig als „empörend“ verurteilt. Die 15 Mitglieder des höchsten Gremiums riefen Pjöngjang auf, weitere Tests zu unterlassen und im Einklang mit früheren UN-Resolutionen sein Atomprogramm einzustellen.

          Die jüngsten Raketentests des nordkoreanischen Militärs unterminierten „absichtlich regionalen Frieden und Stabilität und haben weltweit große Sicherheitsbedenken ausgelöst“, heißt es in einer im Anschluss an die Sondersitzung verbreiteten Erklärung.

          Der Sicherheitsrat stellt sich gegen Nordkorea

          Südkorea und Japan wollen den Druck auf Nordkorea massiv steigern. Darauf hätten sich beide Regierungen verständigt, teilte das Präsidialamt in Seoul mit. Beide sprachen sich für neue Sanktionen gegen Pjöngjang aus. Die Tatsache, dass Nordkorea bei dem Test eine Rakete über Japan hinweg abgefeuert habe, sei eine Handlung von „unfassbarer Gewalt“.

          Diplomaten zufolgen werden die Veto-Mächte China und Russland im Sicherheitsrat aber nur schärfere Sanktionen erwägen, sollte Nordkorea Langstrecken-Raketen oder sogar Atomwaffen testen. China forderte alle Beteiligten auf, von Provokationen abzusehen. Russland teilte mit, es könne auf der koreanischen Halbinsel keine militärische Lösung geben.

          Nordkorea teilte unterdessen mit, der Test sei der erste Schritt gewesen, um im Pazifik den militärischen Vorposten der Vereinigten Staaten auf der Insel Guam einzudämmen. Weitere Übungen seien dazu notwendig, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un.

          Seoul und Tokio wollten sich den Angaben zufolge in Zusammenarbeit mit den USA für „konkretere und wirkungsvollere Maßnahmen des UN-Sicherheitsrats gegen Nordkorea einsetzen“. Nordkorea solle an den Verhandlungstisch zurückgebracht werden

          Die am Dienstag abgefeuerte Rakete flog über Japan hinweg, bevor sie im Pazifik niederging. Trump schloss daraufhin erneut eine militärische Option gegen das international weitgehend isolierte Land nicht aus. Er hatte Kim zuletzt bereits mit „Feuer und Zorn“ gedroht, wie es die Welt noch nie erlebt habe.

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