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Nordkorea : Amerikanische Journalistinnen vor Gericht

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Protestanten in Südkorea fordern die Freilassung der beiden inhaftierten amerikanischen Journalistinnen Bild: AP

In Pjöngjang stehen seit Donnerstag zwei amerikanische Journalistinnen wegen angeblich illegaler Einreise mit „feindlicher Absicht“ vor Gericht. Unterdessen erregte ein nordkoreanisches Patrouillenboot Aufsehen, als es vorübergehend in südkoreanische Gewässer eindrang.

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          In Nordkorea müssen sich seit Donnerstag zwei amerikanische Journalistinnen wegen angeblich illegaler Einreise mit „feindlicher Absicht“vor Gericht verantworten. Die beiden Frauen wurden im März während Filmarbeiten am Grenzfluss zwischen China und Nordkorea festgenommen. Beobachtern zufolge muss von einer Verurteilung zu zehn oder mehr Jahren Zwangsarbeit ausgegangen werden.

          Euna Lee und Laura Ling arbeiten für den Internet-Sender Current TV. Er wurde vom früheren amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore gegründet und richtet sich vor allem an ein junges Publikum. Die Regierung in Pjöngjang erklärte, die Frauen hätten bei ihren Dreharbeiten an der Grenze nordkoreanischen Boden betreten. US-Außenministerin Hillary Clinton bezeichnete die Vorwürfe als unbegründet und forderte die sofortige Freilassung der Reporterinnen.

          Stunden zuvor: Nordkoreanisches Schiff dringt in Südkoreas Gewässer ein

          Zuvor war am Donnerstag laut Militärangaben aus Seoul ein nordkoreanisches Patrouillenboot vorübergehend in südkoreanische Gewässer eingedrungen. Ein Sprecher des südkoreanischen Generalstabs erklärte, das Schiff habe die umstrittene Seegrenze zwischen beiden Ländern im Gelben Meer passiert und sei bis zu 1,6 Kilometer tief in südkoreanisches Hoheitsgebiet gefahren. Nach wiederholten Warnungen der Marine sei es jedoch nach etwa einer Stunde wieder abgedreht.

          Das Patrouillenschiff habe vermutlich die Grenzlinie bei der Jagd auf chinesische Fischerboote passiert, die in dem Gebiet illegalen Fang betrieben hätten, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur einen Militärvertreter. Es werde aber auch nicht ausgeschlossen, dass das Boot bewusst über die Grenze geschickt wurde, um Spannungen in der Region weiter zu schüren.

          Diese hatten sich zuletzt wegen nordkoreanischen Tests einer Atombombe sowie mehrerer Raketen spürbar verschärft. Nordkorea hatte Südkorea außerdem mit Militäraktionen gedroht und gewarnt, dass die Sicherheit von südkoreanischen und amerikanischen Schiffen im Gelben Meer nicht mehr garantiert werden könne. Ein Teil der Gewässer wird von Nordkorea beansprucht, aber seit dem Korea-Krieg 1950 bis 1953 vom Süden kontrolliert.

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