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Kommentar : Nordkoreas Schockstarre

  • -Aktualisiert am

Geht es um den Mord an Kim Jong-nam, verfällt Nordkorea in Schockstarre. Und zeigt dabei sein wahres Gesicht.

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          Malaysia verhält sich vorbildlich im Falle des am Flughafen Kuala Lumpur getöteten Halbbruders des nordkoreanischen Staatsführers. Die Ermittlungen werden beharrlich weitergeführt. Politisch übt Malaysia Druck auf Nordkorea aus, weil mehrere Diplomaten verdächtig sind, in den Mord verwickelt zu sein. Öffentlich allerdings hat Malaysia die Führung um Kim Jong-un der Tat bislang nicht beschuldigt. Das zeigt Wirkung. Jetzt hat sich Nordkorea erstmals geäußert. Ein Landsmann sei „in Schockstarre“ gefallen und anschließend im Krankenhaus gestorben.

          Der Begriff Schockstarre passt womöglich ungewollt zum Gemütszustand der Führung. Es ist zwar noch nicht bewiesen, dass Kim Jong-un die Ermordung seines Halbbruders angeordnet hat. Aber alle Welt hält dieses Szenario für plausibel.

          Das Regime hatte schon bisher einen verheerenden Ruf. Aber es ist eine Sache, durch atomare Bewaffnung angebliche Angreifer abzuschrecken. Es ist eine ganz andere, durch Staatsterror Menschen in anderen Ländern zu ermorden. Wenn es so war: Der Mord könnte Kim Jong-un noch leidtun.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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