https://www.faz.net/-gpf-8v702

Kommentar : Nordkoreas Schockstarre

  • -Aktualisiert am

Geht es um den Mord an Kim Jong-nam, verfällt Nordkorea in Schockstarre. Und zeigt dabei sein wahres Gesicht.

          1 Min.

          Malaysia verhält sich vorbildlich im Falle des am Flughafen Kuala Lumpur getöteten Halbbruders des nordkoreanischen Staatsführers. Die Ermittlungen werden beharrlich weitergeführt. Politisch übt Malaysia Druck auf Nordkorea aus, weil mehrere Diplomaten verdächtig sind, in den Mord verwickelt zu sein. Öffentlich allerdings hat Malaysia die Führung um Kim Jong-un der Tat bislang nicht beschuldigt. Das zeigt Wirkung. Jetzt hat sich Nordkorea erstmals geäußert. Ein Landsmann sei „in Schockstarre“ gefallen und anschließend im Krankenhaus gestorben.

          Der Begriff Schockstarre passt womöglich ungewollt zum Gemütszustand der Führung. Es ist zwar noch nicht bewiesen, dass Kim Jong-un die Ermordung seines Halbbruders angeordnet hat. Aber alle Welt hält dieses Szenario für plausibel.

          Das Regime hatte schon bisher einen verheerenden Ruf. Aber es ist eine Sache, durch atomare Bewaffnung angebliche Angreifer abzuschrecken. Es ist eine ganz andere, durch Staatsterror Menschen in anderen Ländern zu ermorden. Wenn es so war: Der Mord könnte Kim Jong-un noch leidtun.

          Peter Sturm

          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          In Hitlers Geburtshaus zieht die Polizei ein

          Braunau : In Hitlers Geburtshaus zieht die Polizei ein

          Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hat Österreich angekündigt, das Geburtshaus von Adolf Hitler in eine Polizeistation umzuwandeln. Das Haus dürfe „niemals ein Ort zum Gedenken an den Nationalsozialismus sein", so Innenminister Peschhorn.

          Topmeldungen

          Frankfurt am Main : Stadt der Türme

          Nicht nur den Banken hat Frankfurt seine in Deutschland einzigartige Skyline zu verdanken. Auch Gewerkschaften und Seifenfabrikanten bauten schon Hochhäuser. Wir zeigen die größten und schönsten.

          Bei Vortrag angegriffen : Weizsäcker-Sohn in Klinik getötet

          Fritz von Weizsäcker, Sohn des früheren Bundespräsidenten, ist von einem Angreifer in Berlin bei einem Vortrag erstochen worden. Der Täter wurde festgenommen, über sein Motiv besteht noch Unklarheit.
          Derzeit besonders im Blickpunkt, aber schweigsam: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann mit seiner Frau Zübeyde

          Vorwürfe gegen Feldmann : Die Stille nach dem Knall

          Die Frau des Frankfurter Rathauschefs Peter Feldmann soll als Kita-Leiterin außer einem Dienstwagen auch ein erhöhtes Gehalt beziehen. Eine politische Affäre wird daraus, falls Feldmann Einfluss genommen hat.

          Braunau : In Hitlers Geburtshaus zieht die Polizei ein

          Nach einem jahrelangen Rechtsstreit hat Österreich angekündigt, das Geburtshaus von Adolf Hitler in eine Polizeistation umzuwandeln. Das Haus dürfe „niemals ein Ort zum Gedenken an den Nationalsozialismus sein", so Innenminister Peschhorn.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.