Putin lockt Deutschland in eine Falle
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Der russische Präsident Wladimir Putin vor seiner Rede an das russische Parlament am 21. Juni 2021 Bild: AP
Die Inbetriebnahme der Pipeline Nord Stream 2 ist für Deutschland ein Moment der Entscheidung: Steht es wirklich für eine demokratische Gemeinschaft freier und gleicher Länder? Ein Gastbeitrag des polnischen Außenministers.
Wladimir Putin, der Präsident der Russischen Föderation, hat in seinem Artikel in der Wochenzeitung Die Zeit einmal mehr eine eigene Geschichte des Zweiten Weltkriegs erzählt. Die Sowjetunion erscheint darin ausschließlich in der Rolle des vom Dritten Reich angegriffenen Opfers, welches den Angreifer abgewehrt hat und danach zum „Retter Europas“ wurde. Putin ist natürlich kein Hobbyhistoriker, sondern der Anführer eines Staates, dessen gegenwärtige Identität auf der Verherrlichung imperialer Traditionen basiert. Sein Angebot für Deutschland sieht so aus: Die durch die Bundesrepublik dominierte Europäische Union sollte zu einem Bestandteil eines großen Ganzen werden, das durch eine Verbindung mit der von Russland dominierten Eurasischen Union entsteht.
Das von Putin unterbreitete Angebot wurzelt tief in seiner Erzählung über den Zweiten Weltkrieg, deren Kern eine positive Sicht auf den Hitler-Stalin-Pakt bildet. Dieses Bündnis ebnete Hitler den Weg zum Krieg in Europa. Als Gegenleistung erhielt Stalin grünes Licht für die Unterjochung der Völker Mittel- und Osteuropas. Es ist kein Zufall, dass Russland sich in den vergangenen Jahren bei den Annexionen und Besatzungen der gleichen Methoden bediente wie die Sowjetunion von 1939 bis 1989 bei der Unterjochung Mitteleuropas.
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